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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

EBN und Dekubitus: Welche Rolle spielt der Implementierungsprozess?

Meeting Abstract

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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmV1.2

DOI: 10.3205/09ebm002, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0022

Veröffentlicht: 4. März 2009

© 2009 Daniel-Wichern et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Das Einführen von evidenzbasierten Präventionsstandards wird als wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung in der Pflege betrachtet, das die Patientenversorgung verbessern soll. Das alleinige Vorhalten von Standards ohne Umsetzung in der Praxis führt jedoch nicht zum Erfolg. Ziel der Untersuchung ist, Faktoren des Implementierungsprozesses zu ermitteln, die einen Einfluss auf die Dekubitusprävalenz haben.

Methoden

In zehn Pflegeheimen, von denen aus 2005, 2006 und 2007 Dekubitusprävalenzdaten vorlagen, wurden jeweils die in die Implementierung einbezogenen Personen zu den heiminternen Strukturen und Prozessen der Expertenstandardeinführung interviewt. Die Implementierungsvorgänge wurden anhand eines Instrumentes bewertet und die Heime per Rankingverfahren entsprechend sortiert. Zusätzlich wurden alle Heime nach ihrer Dekubitusprävalenz sortiert und anschließend dem Implementierungsranking gegenübergestellt. Die interviewten Mitarbeiter der Pflegeheime wurden über die Teilnahmebedingungen aufgeklärt und erteilten ihre Zustimmung an der Erhebung.

Ergebnisse

Heime mit einer hohen Bewertung ihrer Implementierung haben niedrige Dekubitusprävalenzen. Einrichtungen mit einer niedrigeren Bewertung ihrer Implementierung haben höhere Dekubitusraten. Dort, wo fördernde Einflüsse im gesamten Implementierungsprozess überwiegen, ist die Dekubitushäufigkeit niedrig.

Schlussfolgerung/Implikation

Stringenz in allen Teilen des Implementierungsprozesses auf Basis einer systematischen Bestandsanalyse und mit Hilfe evidenter Tools ist für die nachhaltige Senkung der Dekubitushäufigkeit erforderlich. Zu empfehlen sind Maßnahmen zur Förderung der Kommunikation und der Motivation der Pflegefachkräfte, die Nutzung von forschungsbasierten Strategien des Prozessmanagements, edukative, pädagogisch begründete Methoden der Mitarbeiterschulung und die Anwendung von Evaluationstechniken, deren Ergebnisse direkt in die Pflegepraxis einfließen.