gms | German Medical Science

EbM 2008: Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege
9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.
Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft

22.02. - 23.02.2008 in Witten

Systematische Leitlinienrecherche und Extraktion der Kernempfehlungen zur Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) Koronare Herzkrankheit (KHK)

Meeting Abstract

  • corresponding author Marion Danner - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland
  • author Sandra Mangiapane - Technische Universität (TU) Berlin, Berlin, Deutschland
  • author Marcial Velasco Garrido - Technische Universität (TU) Berlin, Berlin, Deutschland
  • author Markus Follmann - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland
  • author Ulrich Siering - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland
  • author Hanna Kirchner - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland
  • author Michael Kulig - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland

Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege. 9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Witten, 22.-23.02.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08ebmV73

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2008/08ebm26.shtml

Veröffentlicht: 12. Februar 2008

© 2008 Danner et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund

Gemäß Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Oktober 2007 die vorläufigen Ergebnisse einer systematischen Leitlinienrecherche zum Thema KHK vorgelegt. Ziel der Auswertung war es, Empfehlungen darzustellen, die für die Überarbeitung des bestehenden DMP KHK von Bedeutung sein könnten.

Methoden

Über die Leitliniendatenbanken Leitlinien.de und G-I-N sowie Medline und EMBASE erfolgte eine systematische Recherche nach KHK Leitlinien. Wesentlichste Einschlusskriterien waren der Publikationszeitraum 2002 bis Juni 2007, die Publikationssprachen Deutsch, Englisch, Französisch sowie die dokumentierte Evidenzbasierung der Leitlinie. Die Leitlinien wurden mit Hilfe des Deutschen Instrumentes zur methodischen Leitlinienbewertung (DELBI) bewertet und die Kernempfehlungen extrahiert. Nach Abgleich mit den in der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV) beschriebenen DMP Grundlagen wurden Empfehlungen hervorgehoben, die einen möglichen Änderungsbedarf des DMP implizieren.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 21 KHK Leitlinien eingeschlossen. Die Bewertung nach DELBI zeigte, dass viele Leitlinien methodische Mängel, insbesondere bei der Dokumentation der Methodik der Leitlinienerstellung, aufweisen. Die Empfehlungen der Leitlinien stimmen mit den Vorgaben des DMP aus der RSAV weitgehend überein. Viele Aspekte sind in den Leitlinien jedoch detaillierter dargestellt. Potentieller Änderungsbedarf besteht hinsichtlich der Spezifizierung der Therapieplanung auf Basis der individuellen Risikoabschätzung (z.B. Reduzierung von Übergewicht, Behandlung des Risikofaktors Rauchen). Diskussionswürdig erscheinen zudem einzelne Aspekte der medikamentösen Therapie sowie eine veränderte Indikationsstellung zur Koronarrevaskularisation.

Schlussfolgerung/Implikation

Aufgrund des Vergleichs der systematisch extrahierten Leitlinienempfehlungen mit dem aktuellen DMP KHK konnten Bereiche für eine mögliche Aktualisierung des DMP identifiziert werden (v.a. Aspekte der risikobasierten und medikamentösen Therapieplanung sowie der Koronarrevaskularisation). In diesen Bereichen sollte eine Ergänzungsrecherche nach aktueller Primär- bzw. Sekundärliteratur erfolgen.