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EbM 2008: Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege
9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.
Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft

22.02. - 23.02.2008 in Witten

Evidenz in den „instructions for authors“ und deren Statistikleitfäden. Ein deskriptives Review 70 führender chirurgischer Fachzeitschriften

Evidence in the "instructions for authors" of surgical journals and their statistical requirements – a descriptive review of 70 leading surgical journals

Meeting Abstract

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  • corresponding author Florian Herrle - Chirurgische Klinik, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland

Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege. 9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Witten, 22.-23.02.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08ebmV44

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2008/08ebm15.shtml

Veröffentlicht: 12. Februar 2008

© 2008 Herrle.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Chirurgische Publikationen werden häufig aus methodologischen Gründen kritisiert, da dies zu niedriger Evidenzstufe führen kann. Die Verbreitung von Qualitätskriterien für statistische Berichterstellung ist ein Ziel der “Uniform Requirements for Manuscripts Submitted to Biomedical Journals” (URM); dieser Leitfaden ist eine Zusammenstellung ethischer und praktischer Empfehlungen für Autoren. Ziel der Arbeit war, die Standards chirurgischer Journals zur statistischen Berichterstellung zu analysieren.

Methoden

Im „Journal Citation Report 2005“ (JCR 2005) wurden mittels Filter „Surgery“ 139 chirurgische Fachzeitschriften identifiziert. Alle Titel mit Impact factor (IF) ≥1 (n=70) wurden zur weiteren Analyse ausgewählt. Die „instructions for authors“ wurden nach folgenden Kriterien durch zwei unabhängige Reviewer analysiert: URM-Kriterien?, andere Kriterien?, keine verwertbare Information zu statistischen Evidenzkriterien?

Ergebnisse

20 der 70 Journals (28.6%) gaben keinerlei statistische Instruktion. 27 Journals (39%) verlangten zumindest die URM-Kriterien oder zusätzliche andere Kriterien; 23 Journals (33%) verlangten lediglich andere statistische Kriterien als die URM.

Betrachtet nach inhaltlichem Spektrum der Zeitschriften (18x Chirurgie-allgemein (z.B. Br J Surg), 39x fach-spezifisch (z.B. J Vasc Sur), 13x Sub-Spezialitäten (J Endovasc Ther)), gaben 67% der fächerübergreifenden Journals, 69% der fach-spezifischen Journals sowie 84% der Sub-Spezialitäten-Journals zumindest einige Hinweise zu statistischen Aspekten. Folgende Zeitschriften lieferten über die URM-Kriterien hinaus umfassende Angaben und auch praktisch verwertbare Leitfäden zur statistisch korrekten Präsentation von Daten und zum Vermeiden häufiger Fehler: Br J Surg, J Thorac Cardiov Sur, J Am Coll Surgeons, Ann Surg.

Schlussfolgerung/Implikation

Die geforderte Qualität bei statistischen Aspekten des Publizierens ist unter chirurgischen Fachzeitschriften sehr heterogen. Fast ein Drittel dieser Journals mit Impact factor ≥1 haben keine statistisch relevanten Informationen in ihren „Instructions for authors“. Diese Lücke scheint mit niedrigem Impact factor und dem Spektrum einer Zeitschrift assoziiert zu sein. Andererseits gibt es auch unabhängig vom Journalspektrum Zeitschriften mit exzellenten, praktisch-verwertbaren statistischen Leitfäden für Autoren. Es wird vermutet, daß die statistischen Anforderungen an Publikationen mehr von der Zusammensetzung der Reviewer-Gruppen als vom Impact factor abhängen.