gms | German Medical Science

EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin
8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

22.03. - 24.03.2007 in Berlin

Kaplan-Meier-Analysen in High Impact Journals – kann man ihnen trauen?

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Elke Vervölgyi - IQWIG, Köln, Deutschland
  • Guido Skipka - IQWIG, Köln, Deutschland
  • Ralf Bender - IQWIG, Köln, Deutschland
  • Mandy Hildebrandt - IQWIG, Köln, Deutschland
  • Thomas Kaiser - IQWIG, Köln, Deutschland

EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin. 8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.. Berlin, 22.-24.03.2007. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2007. Doc07ebm089

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2007/07ebm089.shtml

Veröffentlicht: 15. März 2007

© 2007 Vervölgyi et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Kaplan-Meier (KM) Kurven finden in zahlreichen Studien mit Überlebensdaten Anwendung, wodurch auch nicht vollständig beobachtete Patienten als Zensierte in die Auswertung eingehen. In verschiedenen Publikationen fanden wir Diskrepanzen zwischen den aus der Kurve ableitbaren Informationen und Angaben im Text. Ob dies ein häufiges Problem ist, sollte systematisch geprüft werden.

Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, zu untersuchen, wie häufig aus KM-Plots ableitbare Angaben zu Zensierten und Patienten unter Risiko Diskrepanzen zum Text aufweisen, und ob die Interpretation des jeweiligen Studienergebnisses hierdurch beeinflusst wird.

Methoden

Aus den High Impact Journals BMJ, JAMA, Lancet, NEJM wurden alle RCTs von 2003-2005 gesucht, die mindestens einen KM-Plot beinhalten. Diese Studien wurden u.a. nach Angaben zur Beobachtungsdauer und Anzahl der nicht vollständig nachbeobachteten Patienten durchsucht. Danach wurde die Zahl der Patienten unter Risiko aus der KM-Kurve geschätzt und mit den Angaben in der Publikation verglichen. Bei formal nicht beurteilbaren Publikationen wurden, falls möglich, Sensitivitätsanalysen zur Prüfung der Robustheit des Studienergebnisses durchgeführt.

Ergebnisse

In 2003 fanden wir 76 RCTs mit KM-Plots. In 28 (37%) Publikationen waren die Informationen nicht ausreichend transparent, um die Angaben prüfen zu können; z.B. fehlten Angaben zu Patienten unter Risiko, zur Beobachtungsdauer etc. Bei 10 (13%) Publikationen wurden Widersprüche aufgedeckt.

Bei 11 formal nicht beurteilbaren Publikationen konnte die Robustheit des Ergebnisses getestet werden. Nach best-/worst-case Analysen waren 6 Ergebnisse nicht robust.

Ergebnisse aus 2004-2005 werden noch ergänzt.

Schlussfolgerung/Implikation

Bei der Hälfte der Publikationen mit KM-Plots sind die Angaben zu nicht vollständig nachbeobachteten Patienten nicht beurteilbar oder widersprüchlich.

Auf Grund der Relevanz für die Studienergebnisse sollte die Beurteilung der Konsistenz von Angaben zu KM-Kurven in die Bewertung der Studienqualität einfließen.