gms | German Medical Science

EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin
8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

22.03. - 24.03.2007 in Berlin

Der optimale Operationszeitpunkt der frakturierten Hüfte bei alten Patienten

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin. 8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.. Berlin, 22.-24.03.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07ebm004

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2007/07ebm004.shtml

Veröffentlicht: 15. März 2007

© 2007 Grams.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund

Bei den über 65 Jährigen ist die Schenkelhalsfraktur die häufigste Diagnose, die zu einer Krankenhauseinweisung führt. Die Diskussion über den optimalen Operationszeitpunkt der frakturierten Hüfte wird bis heute kontrovers geführt.

Methoden

Die Literatur aus den Jahren 1993 - 4/2005 wurde nach geeigneten Studien durchsucht und nach den Kriterien der Evidenzbasierten Medizin bewertet.

In einem zweiten Schritt erfolgte eine Auswertung der Daten der externen Qualitätssicherung Nordrhein-Westfalen zur Diagnose Schenkelhalsfraktur aus den Jahren 2001-2004.

Ergebnisse

Die Ergebnisse sind teilweise kontrovers. Als sicher kann gelten, dass sich die stationäre Krankenhausverweildauer verkürzt, weniger Druckulcera auftreten, die postoperative Infektionsrate und die thromboembolischen Komplikationen abnehmen, wenn die Operation innerhalb von 0-48 Stunden nach der stationären Aufnahme erfolgt. Zudem treten weniger postoperative Verwirrtheiten und weniger Pneumonien auf.

Die Daten der externen Qualitätssicherung Nordrhein-Westfalen bestätigen die prinzipielle Abhängigkeit der postoperativen Mortalität von der Operationsverzögerung.

Schlussfolgerung

Eine Verringerung der postoperativen Mortalität bei einer Verkürzung der Operationsverzögerung belegen zahlreiche Studien. Operationsverzögerungen durch organisatorische und strukturelle Defizite wirken sich negativ aus, sodass die Länge der Operationsverzögerung bei der Hüftfraktur als Qualitätsindikator für den Behandlungsprozess verwendet werden kann.

Für die Zukunft wären Studien mit einem einheitlichen Studiendesign wichtig, um eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu erreichen. Das würde uns in die Lage versetzen, konkretere Empfehlungen auf Grundlage der besten Evidenz für die Behandlung von alten Patienten mit einer frakturierten Hüfte formulieren zu können.