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EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin
8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

22.03. - 24.03.2007 in Berlin

Benefit für Patienten durch EBM: Was bietet die etablierte Literatur?

Meeting Abstract

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EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin. 8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.. Berlin, 22.-24.03.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07ebm001

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2007/07ebm001.shtml

Veröffentlicht: 15. März 2007

© 2007 Porzsolt.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Die Einführung der EBM hat nicht zuletzt durch ihre gesetzliche Verankerung Einfluss auf Inhalte und Meinungen in der Medizin genommen. Damit wurde als Norm definiert, dass Meinungen und Maßnahmen, die nicht evidenzbasiert sind, den evidenzbasierten Meinungen und Maßnahmen unterlegen sind. Da auch die solidarische Finanzierung von Gesundheitsleistungen gelegentlich dieser Norm unterliegt, ist die Frage nach dem Benefit für Patienten durch EBM berechtigt.

Methoden

Eine internationale Arbeitsgruppe (Modelians), die wir während der Sicily Conference of Teachers and Developers of Evidence-Based Health Care (EBHC) im Jahr 2003 etabliert hatten, erstellte eine Zusammenfassung der Effekte, die durch Vermittlung der EBHC beschrieben sind. Zusätzlich haben wir Arbeiten identifiziert, in welchen Fehler genannt werden, deren Vermeidung durch die Anwendung von EBHC-Methoden möglich und als Vorteil für die Patienten zu werten sind.

Ergebnisse

Die systematische Suche der internationalen Gruppe identifizierte 55 Artikel, von welchen 15 (6 systematische Übersichtsarbeiten, 3 Randomisierte Studien, 6 Vor-Nach-Studien) die Einschlusskriterien erfüllten. Es wurden zwar verschiedene Effekte beschrieben, allerdings kein Effekt auf die Zufriedenheit der Patienten, ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität, Kosten oder populationsbezogene Gesundheitsindikatoren. Die zusätzlich identifizierten Arbeiten beschrieben Fehler, die auf eine unglückliche Einstellung, nicht auf ein mangelhaftes methodisches Verständnis oder auf Wissenslücken zurückzuführen sind.

Schlussfolgerungen

Die Werkzeuge der EBM/EBHC sind leicht zu vermitteln und hinterlassen messbare Effekte, die möglicherweise, aber nicht zwingend als Benefit für die Patienten zu werten sind. Eine bisher nicht durch EBM/EBHC erreichte Änderung der Einstellung würde direkte Effekte für die Patienten induzieren und könnte zur positiven Beantwortung der Fragestellung dieser Arbeit beitragen.


Literatur

1.
Hopayian K, Ramos KD, Slavin M, Parkin C, Letelier LM, Harris J, Nabulsi M, Summerskill W, Porzsolt F, Sestini P. The Effectiveness of Education in Evidence-Based Healthcare. Int J Evidence-Based Healthcare. 2007 (in press).