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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Homozystein im Kammerwasser und Plasma bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom

Homocysteine levels in aqueous humor and plasma of patients with primary open-angle glaucoma

Meeting Abstract

  • J. B. Roedl - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • S. Bleich - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • U. Reulbach - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • N. von Ahsen - Institut für klinische Chemie, Georg-August-Universität, Göttingen, Deutschland
  • U. Schlötzer-Schrehardt - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • R. Rejdak - Augenklinik mit Poliklinik. Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • G. O. H. Naumann - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • F. E. Kruse - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • J. Kornhuber - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
  • A. G. M. Jünemann - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogP286

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog808.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Roedl et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Wir bestimmten Homozystein (Hcy) Konzentrationen im Kammerwasser und Plasma und deren Assoziation mit B-Vitaminen bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POWG).

Methode

Diese prospektive Fall-Kontroll-Studie umfasste 39 Patienten mit POWG und 39 Kontrollen, die intraokulär operiert wurden. Hcy im Plasma und Kammerwasser und Vitamin B6 im Plasma wurden mit High-Performance Liquid Chromatography (HPLC) gemessen. Folat and Vitamin B12 im Serum wurden mit Immunoassay bestimmt.

Ergebnisse

Patienten mit POWG hatten signifikant höhere Hcy-Werte sowohl im Kammerwasser [1.76 µmol/l (SD 0.57) vs. 1.12 µmol/l (SD 0.39); t=- 5.84; p<0.001] als auch im Plasma [13.93 µmol/l (SD 4.59) vs. 10.46 µmol/l (SD 3.75); t=-3.58; p=0.001] im Vergleich zu den Kontrollen. Logistische Regressionsanalyse mit Kontrolle der Confounder zeigte, dass erhöhte Hcy-Werte im Plasma und Kammerwasser Risikofaktoren für POWG sind (Odds Ratio für eine Erhöhung von Kammerwasser Hcy um 1 µmol/l =28.88; 95% CI=5.98 – 139.50; p<0.001; Odds Ratio für eine Erhöhung von Plasma Hcy um 1 µmol/l =1.32; 95% CI=1.12 – 1.55; p<0.001). Im Gegensatz zu den Kontrollen war bei POWG Patienten weder das Plasma-Hcy noch das Kammerwasser-Hcy signifikant assoziiert mit nicht-genetischen Faktoren, die bekannterweise zu einem erhöhten Hcy-Wert führen, wie niedrige B-Vitamin Konzentrationen, erhöhtes Alter und Kaffeekonsum.

Schlussfolgerungen

Hcy ist ein Neurotoxin, das Apoptose von Ganglienzellen der Retina, extrazelluläre Matrixveränderungen und vaskuläre Dysregulation bewirkt. Deshalb ist es möglich, dass erhöhte Hcy-Spiegel im Kammerwasser und Plasma zum Sehnervenschaden bei POWG Patienten beitragen. Die fehlende Assoziation zwischen Hcy und nicht-genetischen Einflussfaktoren unterstützt unsere Hypothese, dass ein in einer vorherigen Studie gefundener genetischer Defekt die Hauptursache für die Hyperhomozysteinämie bei POWG ist.