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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Immunsuppressive Therapie mit Mycophenolat Mofetil in der Behandlung der Uveitis im Kindesalter

Mycophenolate Mofetil in the treatment of uveitis in children

Meeting Abstract

  • D. Doycheva - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • C. Deuter - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • N. Stübiger - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • S. Biester - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • M. Zierhut - Universitäts-Augenklinik Tübingen

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogP107

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog629.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Doycheva et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Mycophenolat Mofetil (MMF) stellt ein neues Immunsuppressivum dar, das selektiv die Proliferation der T- und B-Lymphozyten inhibiert. Es hat sich als effektives Medikament in der Behandlung der intraokulären Entzündung mit minimalen Nebenwirkungen bewährt. Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen von MMF bei Uveitis im Kindesalter zu untersuchen.

Methode

Eine retrospektive Analyse wurde bei 17 Kindern (32 Augen) mit intraokulärer Entzündung durchgeführt. Die Patienten wurden mit MMF zwischen 2000 und 2005 in der Universitäts-Augenklinik Tübingen behandelt. Alle Kinder litten an einer chronischen nichtinfektiösen Uveitis (idiopathische intermediäreUveitis, JIA-assoziierte Uveitis, Sarkoidose und TINU-Syndrom). Sie erhielten MMF für mindestens 6 Monate. Eine frühere Therapie mit Steroiden und/oder anderen immunsuppressiven Medikamenten war bei allen Patienten durchgeführt worden. Indikationen für eine Umstellung auf MMF waren die hohe Rezidiv-Häufigkeit oder die Unverträglichkeit der Steroide oder Immunsuppressiva mit schweren Nebenwirkungen.

Ergebnisse

Siebzehn Kinder im Durchschnittsalter von 8 Jahren bei Erstmanifestation der Uveitis wurden in die Untersuchung aufgenommen. Die mittlere Beobachtungszeit nach Beginn der MMF-Therapie betrug 2 Jahre (1 bis 4 Jahre). Bei 88% der Patienten wurde ein steroid-sparender Effekt erreicht. Das orale Prednisolon konnte bei 35% der Kinder abgesetzt und bei 53% der Patienten bis auf eine tägliche Dosis von 5 mg oder weniger reduziert werden. Unter der Therapie mit MMF blieben 29% der Kinder rezidivfrei, bei allen Patienten wurde jedoch eine Reduktion der Rezidivhäufigkeit beobachtet. Bei 14 Kindern (82%) kam es zu einer Besserung oder Stabilisierung des Visus. Leichte Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Hautausschlag) traten bei 5 Patienten (29%) auf; bei einem Kind wurde die MMF-Therapie abgesetzt.

Schlussfolgerungen

Unsere Studie zeigt, dass MMF ein effektives Medikament in der Behandlung der Uveitis im Kindesalter mit signifikantem steroid-sparenden Potenzial und akzeptablen Nebenwirkungen ist.