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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Neuroprotektive Wirkung des Neuropetids NAP auf retinale Ganglienzellen nach Sehnervenquetschung

Neuroprotective effects of the neuropeptide NAP on retinal ganglion cells after optic nerve crush and retinal ischemia

Meeting Abstract

  • S. Auer - Universitäts-Augenklinik Freiburg
  • T. Jehle - Universitäts-Augenklinik Freiburg
  • R. Knoth - Neuropathologie, Universität Freiburg
  • M. Vidal-Sanz - Department of Ophthalmology, Faculty of Medicine, University of Murcia, Spain
  • I. Gozes - Department of Human Molecular Genetics and Biochemistry, Sackler Medical School, Tel Aviv University, Tel Aviv, Israel
  • W. A. Lagrèze - Universitäts-Augenklinik Freiburg

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogP092

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog614.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Auer et al.
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Gliederung

Text

Ziel

NAP, ein Peptid aus acht Aminosäuren (Asn-Ala-Pro-Val-Ser-Ile-Pro-Gln) stammt von Activity-dependent neuroprotective protein und spielt eine wichtige Rolle für die neuronale Differenzierung und das Überleben von Neuronen. Wir konnten in-vitro zeigen, dass NAP in femtomolarer Konzentration das Überleben von RGZ in Kultur und die Regeneration ihrer Axone fördert. Ziel der Arbeit war es, in-vivo an Ratten zu untersuchen, ob NAP die Anzahl überlebender retinaler Ganglienzellen (RGZ) nach Sehnervenquetschung erhöhen kann.

Methode

Die RGZ 18 weiblicher Wistarratten wurden mittels stereotaktischer Injektion von 4 µl Fluorogold in den Colliculus superior markiert. Sieben Tage später wurde der linke Nervus opticus mit einer Pinzette (Restöffnung 0,1 mm) für zehn Sekunden zwei Millimeter hinter dem Augapfel komprimiert. NAP (32µg/kg) wurde neun Ratten am Tag vor, direkt anschließend, sowie am ersten und zweiten Tag nach der Schädigung intraperitoneal injiziert. Neun weitere Ratten erhielten zeitgleich ein Peptid identischer zufällig zusammengesetzter Aminosäuren in gleicher Konzentration. Die RGZ wurden 10 Tage nach Schädigung fluoreszenzmikroskopisch an zwölf definierten Orten der Netzhaut verblindet ausgezählt.

Ergebnisse

Die intraperitoneale Gabe von 32µM NAP erhöhte nach Kompression des Sehnerven die Anzahl der überlebenden RGZ um 40% (p=0.055) und verringerte die Anzahl der aktivierten Gliazellen um 27% (p<0.001).

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse dieser Piltostudie mit dem Neuropeptid NAP rechtfertigen weitere in-vivo-Versuche zur Findung der optimalen Dosis und Verabreichungsform.