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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Tumorassoziierte Lymphangiogenese als neuer Prognosefaktor für Metastasierung und Rezidivneigung bei malignen Melanomen der Konjunktiva

Tumour-associated lymphangiogenesis as novel prognostic factor for metastasis and recurrence of malignant melanomas of the conjunctiva

Meeting Abstract

  • P. Zimmermann - Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg
  • T. Dietrich - Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg
  • F. Bock - Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg
  • C. Rummelt - Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg
  • F. Kruse - Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg
  • C. Cursiefen - Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogP015

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog537.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Zimmermann et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Maligne Melanome (MM) der Konjunktiva zeigen häufig Rezidive und auch Fernmetastasen. Ziel der Studie war es, einen neuen spezifischen Lymphendothelmarker zu benutzen, um Lymphgefäße (LG) im MM und in der Tumorumgebung zu analysieren.

Methode

Klinische Daten und excisionelle Biopsate von 10 Patienten mit histologisch gesichertem MM der Konjunktiva wurden analysiert. Semidünnschnitte von Paraffin-eingebettetem Gewebe wurden mit LYVE-1 Antikörper als spezifischem Lymphendothelmarker gefärbt. Es erfolgte eine digitale Fotographie des Tumor und des angrenzenden Bindegewebes sowie eine Auswertung mittels Image J Software. Die Tumorfläche und die LG im Tumor als auch in der Tumorumgebung (50 µm und 200 µm von der Tumorgrenze) wurden ausgemessen.

Ergebnisse

Mit Hilfe der LYVE-1 Färbung war es möglich LG in allen Biopsaten, sowohl im Tumor als auch im angrenzenden Gewebe nachzuweisen. MM mit überwiegend diffusem Wachstumstyp zeigten sowohl im Tumor (2,4 -fach) als auch im umliegenden Gewebe (5 -fach) eine deutlich höhere Dichte an LG im Vergleich zu MM mit überwiegend nodulärem Wachstum. 5 von 10 Patienten unterzogen sich einer Mitomycin C 0.02% Therapie nach der Tumorexzision und zeigten beim Rezidiv eine verminderte Lymphgefäßdichte im Tumor (-81%) und im angrenzenden Tumorgewebe (- 73%). 5 rezidivfreie Patienten wurden mit 5 Patienten mit Rezidiv eines konjunktivalen MM verglichen. Rezidivfreie Patienten zeigten mehr LG im Tumor und im Bereich bis 50 µm von der Tumorgrenze. Dagegen hatten rezidivierende Patienten mehr LG in der Peripherie (Bereich 50 µm bis 200 µm).

Schlussfolgerungen

Maligne Melanome der Konjunktiva bilden sowohl im Tumor als auch in der Tumorumgebung Lymphgefäße aus. Die Lymphangiogenese scheint sich hinsichtlich des Zelltyps, des Wachstumsmusters, des Krankheitsverlaufs und nach Einsatz von Mitomycin C zu unterscheiden. Die Kenntnis der Lymphgefäßdichte bei MM der Konjunktiva könnte als prognostischer Faktor dienen und durch neue antilymphangiogene Medikamente zu einer optimierten Therapie beitragen.