gms | German Medical Science

104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Malignes Melanom der Bindehaut

Malignant melanoma of the conjunctiva

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • P. Maier - Universitäts-Augenklinik Freiburg
  • T. Reinhard - Universitäts-Augenklinik Freiburg

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogSO.14.14

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog522.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Maier et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Das maligne Melanom der Bindehaut ist mit einer Inzidenz von 0,02-0,08 Erkrankungen pro 1 Million Menschen pro Jahr ein sehr seltener Tumor der Augenoberfläche. Da es sich um einen potentiell letalen Tumor mit einer durchschnittlichen 10-Jahresüberlebensrate von etwa 30% handelt, ist die frühzeitige Diagnosestellung und anschließende Therapieeinleitung besonders wichtig. Die Erkennung von Vorläuferläsionen wie der primär erworbenen Melanose mit Atypien oder auffälligen Bindehautnävi hat daher eine große Bedeutung. Bindehautmelanome finden sich meist auf der perilimbären bulbären Bindehaut im Lidspaltenbereich der weißen Bevölkerung mittleren Alters, wobei andere Lokalisationen wie die Karunkel oder die Plica semilunaris mit eines schlechteren Prognose verbunden sind. Die Melanome der Bindehaut metastasieren zunächst meist lymphogen, wobei sich die Metastasen medial gelegener Tumoren häufig in den submandibulären und die temporal gelegener Tumoren meist in den präaurikulären Lymphknotenstationen finden. Aus diesem Grund ist ein Lymphknotenstaging wichtig, wofür die Markierung und Entfernung eines Sentinellymphknotens wegweisend sein kann. Stets sollte zunächst die komplette chirurgische Entfernung des Tumors angestrebt werden. Um auch die Schnittränder abzusichern, kann am Ende der Operation eine Kryotherapie bzw. Mitomycin-C-Behandlung des Wundbetts und der Schnittränder ergänzt werden. Postoperativ kann eine Bestrahlung des Tumorbettes mit β-Strahlen indiziert sein, um das Risiko eines Lokalrezidivs zu verringern. Die früher häufig empfohlene Exenteratio orbitae sollte nur als palliative Maßnahme bei sehr großen, die Orbita infiltrierenden Tumoren zum Einsatz kommen, da in solchen Fällen häufig bereits eine Metastasierung vorliegt und die Prognose durch einen solch einschneidenden Eingriff nicht verbessert werden kann. Neben einem Überblick der Literatur über diesen malignen Tumor sollen unsere Erfahrung mit 8 Patienten, die sich in den vergangenen 3 Jahren in unserer Klinik vorstellten, dargestellt werden.