gms | German Medical Science

104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

170 Jahre Deutsches Kunstauge

170 years of eye protheses made of glass

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • T. Knauer - Berufsverband Deutscher Augenprothetiker (BVDA) e.V.

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogSO.12.10

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog498.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Knauer.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Methode

Erste Belege für künstliche Augen gibt es aus dem 16. Jahrhundert durch Paré. Er berichtet von Vor- und Einlegeaugen aus mit Email beschichtetem Metall. Vermutlich anfangs Venedig, war dann im 18. Jahrhundert Paris das dominierende Zentrum der Herstellung von gläsernen Augenprothesen. Im 19. Jahrhundert wurde Paris von dem kleinen Ort Lauscha in Thüringen in seiner Bedeutung abgelöst: Um 1832 erfolgte durch den Würzburger Ophthalmologen Adelmann der entscheidende Impuls zur Entwicklung der deutschen Augenprothetik. Bereits 1835 konnte der Glasbläser Ludwig Müller-Uri seine erste gelungene Augenprothese einem Patienten einsetzen. Lauschaer Glasbläserfamilien vor Ort, später näher an die Kunden in den großen Städten herangerückt, entwickelten gemeinsam mit führenden Augenärzten (Bühner, Klaunig, Ritterich, Pagenstecher, Snellen) und Glashüttenmeistern vor Ort die Standards für Augenprothesen in Material und Technik, die bis heute weltweit gelten: Kryolithglas verträgt die Tränenflüssigkeit viel besser als das in Paris gebräuchliche Bleiglas, das in Lauscha zuerst genutzte Beinglas und ebenso der heutige Kunststoff.

Schlussfolgerungen

Mit Schalenaugen, geschlossenen, doppelwandigen „Reformaugen“ und Bulbusschalen existieren gläserne Augenprothesen, die in ihrer Beweglichkeit, ihrem Tragekomfort, in medizinischer wie ästhetischer Hinsicht heute noch unübertroffen sind.