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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Bestimmung geeigneter Laserparameter für die selektive RPE-Laserbehandlung mit einem cw-Laserscanner im Tiermodell

Determination of suitable laser parameter for selective RPE laser treatment with a cw laser scanner in an animal model

Meeting Abstract

  • C. Framme - Universitäts-Augenklinik Regensburg
  • C. Alt - Wellman Laboratories of Photomedicine, Harvard Medical School, Boston, USA
  • P. Sherwood - Wellman Laboratories of Photomedicine, Harvard Medical School, Boston, USA
  • S. Schnell - Wellman Laboratories of Photomedicine, Harvard Medical School, Boston, USA
  • R. Brinkmann - Medizinisches Laserzentrum Lübeck
  • C. P. Lin - Wellman Laboratories of Photomedicine, Harvard Medical School, Boston, USA

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogSO.04.06

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog427.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Framme et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Die selektive Laserbehandlung des Retinalen Pigmentepithels (RPE) mit repetitiven kurzen Laserpulsen im Mikrosekundenbereich (SRT) ohne Schädigung der anliegenden Photorezeptoren ist eine vielversprechende Therapie bei RPE-assoziierten Makulaerkrankungen. Ziel dieser tierexperimentellen Studie war es, in einem alternativen Vorgehen mit einem cw-Laserscanner die therapeutische Breite verschiedener Laserparameter ophthalmoskopisch, angiographisch und histologisch zu testen.

Methode

Der Fokus eines cw-Lasers (532nm) wurde mit einem spaltlampen-adaptierten, zwei-dimensionalen akusto-optischen Deflektor so schnell über die Netzhaut von Kaninchen (Spotgröße: 18µm) gescannt, dass jede einzelne RPE-Zelle nur im Mikrosekundenbereich bestrahlt wurde. Die Bestrahlungsmuster bestanden entweder aus 6 separaten Linien (SEP) oder 21 zusammenliegenden („interlaced“) Linien (INT) in einem Feld von ca. 300 x 300µm Größe. Die Tiere wurden mit Scanzeiten zwischen 2.5µs und 75µs und entweder 10 oder 100 repetitiven Scans behandelt (Repetitionsrate: 100Hz). Die Schadensschwellen wurden sowohl ophthalmoskopisch und angiographisch als auch für einzelne Parameter histologisch bestimmt.

Ergebnisse

Die angiographische Schwellenleistung für einen RPE-Schaden sank mit längeren Bestrahlungen (langsameres Scannen), Anzahl der Scans und bei Benutzung des INT-Musters. Die ophthalmoskopische Schwelle als Zeichen einer ungewollten Koagulation lag außer für 75µs (SEP) und 15µs INT jeweils höher als Faktor 2 über der angiographischen Schwelle. Histologisch konnte Selektivität unter Schonung der Photorezeptoren für 7,5µs und 15µs (SEP) nachgewiesen werden, wobei die RPE-Läsionen nach Bestrahlung mit 15µs etwas breiter waren. Mit geringerer Scangeschwindigkeit oder dem INT-Muster wurde histologisch immer ein Photorezeptorschaden beobachtet.

Schlussfolgerungen

Die selektive RPE-Laserbehandlung ist auch mit einem spaltlampen-adaptierten scannenden cw-Laser mit Scanzeiten von bis zu 15µs möglich. Höchste Selektivität ist mit kurzen Scans und separaten Linien (SEP) zu erreichen. Bei Verwendung längerer Scanzeiten oder zusammenliegenden Linien kommt es zu Koagulation der Photorezeptoren. Im Gegensatz zum gepulsten Ansatz der SRT ist der Scanner eine attraktive Alternative, da mit ihm sowohl konventionell photokoaguliert, aber eben auch selektiv behandelt werden kann.