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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Chirurgische Therapieoptionen bei großen Aderhautmelanomen

Surgical treatment options in large uveal melanomas

Meeting Abstract

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  • N. E. Bechrakis - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • M. H. Foerster - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogSA.04.06

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog302.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Bechrakis et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Die strahlentherapeutische Behandlung großer Aderhautmelanome, hat eine ungünstige Prognose bezüglich Visus- und Bulbuserhalt, wegen der zu erwarteten Spätkomplikationen. Die Resektion großer Tumoren entweder ab externo (transsklerale Resektion, TSR) oder ab interno (Endoresektion, ER) sind alternative Behandlungsoptionen, die potentielle Vorteile in der Therapie dieser komplizierten Fälle bieten.

Methode

Bei 254 Patienten mit großen Aderhautmelanomen (Tumor-Prominenz: 7,0-14,0 mm, Mittelwert: 9,0 mm), wurde entweder eine TSR mit adjuvanter Ruthenium-Brachytherapie (n=166) oder eine primäre Protonenbestrahlung mit anschließender ER (n=88) durchgeführt. Der Visus vor der Behandlung betrug zwischen 0,02 und 1,0 (Mittelwert: 0,4). Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 36 Monate.

Ergebnisse

Insgesamt konnte bei 86% der Patienten eine Enukleation vermieden werden. 35% der Patienten benötigten jedoch weitere vitreoretinale Eingriffe wegen Glaskörper- bzw. subretinaler Blutungen oder Netzhautablösungen. Der mittlere Visusverlust betrug 3,9 Zeilen auf einen mittleren postoperativen Visus von 0,1 nach 36 Monaten. Tumorrezidive wurden in 12% aller Patienten beobachtet, wobei nach TSR die Rezidivrate höher war als nach ER. Anderseits ist die Häufigkeit strahleninduzierter Nebenwirkungen nach Protonenbestrahlung und anschließender ER mit ca. 30% nach 2 Jahren höher als nach TSR.

Schlussfolgerungen

Die Resektion großer Aderhautmelanome entweder nach vorausgegangener Protonenbestrahlung oder mit anschließender adjuvanter Brachytherapie ist eine sinnvolle und sichere Behandlungsalternative zu der bisher durchgeführten alleinigen Bestrahlung bzw. Enukleation. Die Komplikationsraten nach diesen Therapieoptionen sind im Vergleich zur alleinigen Bestrahlung geringer, bei der die induzierte Tumornekrose ein signifikantes Problem ist. Die Kombination von Bestrahlung und Chirurgie ist jedoch unabdingbar, um das Risiko von Tumorrezidiven zu minimieren.