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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Trockenes Auge bei chronischer Hepatitis C

Meeting Abstract

  • C. Jacobi - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • H. Wenkel - Coburg
  • K. Korn - Institut für Klinische und Molekulare Virologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • C. Cursiefen - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • F. E. Kruse - Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogFR.09.01

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog228.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Jacobi et al.
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Gliederung

Text

Infektiöse Erkrankungen wie die chronische Hepatitis C können ursächlich für Störungen im Aufbau des Tränenfilms sein. Etwa 70% aller chronischen Virushepatitiden sind in Deutschland Hepatitis C-bedingt.

Über eine Rolle des Hepatitis C Virus (HCV) bei der Genese okulärer Veränderungen liegen derzeit nur wenige Berichte vor. Einige Autoren sehen einen Zusammenhang zwischen einer Hepatitis C-Infektion und einer Keratitis, dem Sjögren Syndrom, einer Retinopathie sowie einer Pigmentepitheliitis oder dem Ulkus Mooren. Pathogenetische Betrachtungen stellen das T-Zellsystem in den Vordergrund. Patienten mit einer starken, multispezifischen und langandauernden CD4+- und CD8+ T-Zellantwort im peripheren Blut können das Virus spontan kontrollieren, eliminieren und die Erkrankung ausheilen. Persistenz des Hepatitis C Virus und Übergang in eine chronische Hepatitis ist dagegen Folge einer schwachen T-Zellantwort. Entzündliche Veränderungen im Rahmen einer lymphoiden Infiltration der Tränendrüse durch das Hepatitis C-Virus und autoimmunologische Vorgänge stehen ursächlich im Zusammenhang mit dem klinischen Beschwerdebild des trockenen Auges.

Untersuchungen des Zytokinprofils von proinflammatorischen Zytokinen könnten in Relation zum Zytokinprofil des peripheren Blutes möglicherweise Auskunft über den Ausprägungsgrad der Keratokonjunktivitis sicca bei chronischer Hepatitis C-Infektion geben.

Ziele dieses Projektes sind daher Untersuchungen von Patienten mit chronischer Hepatitis C im Vergleich zu einer Kontrollgruppe in interdisziplinärer Zusammenarbeit:

1.
Häufigkeit der Keratokonjunktivitis sicca.
Methode: BUT, Basalsekretionstest nach Jones, Tränenasservierung
2.
Detektion von HCV-RNA im Tränenfilm von Hepatitis C-Virusträgern. Vergleich der HCV-RNA-Konzentration in Tränenfilm und Serum.
Methode: Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
3.
Impressionszytologische Untersuchungen: Detektion der Anzahl Becherzellen pro mm2 Epitheloberfläche zum Nachweis von Störungen in der Muzinphase des Tränenfilms.
Methode: Impressionszytologie, PAS Färbung
4.
Charakterisierung des Zytokinprofils im präkornealen Tränenfilm im Vergleich zum peripheren Blut.
Methode: Tränenasservierung, Multiplex-Assay mittels farbcodierter micro beads zur Cytokin-Analyse
5.
Etablierung eines speziellen Untersuchungsprofils für Patienten mit chronischer Hepatits C-Infektion im Rahmen der Sicca-Sprechstunde.

Ergebnisse von Pilotuntersuchungen zeigen, dass die HCV-Infektion die Entwicklung zum trockenen Auge unterstützt.