gms | German Medical Science

102. Jahrestagung der DOG

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e. V.

23. bis 26.09.2004, Berlin

Reichweite und Grenzen der evidenzbasierten Medizin (EBM) am Beispiel der PDT

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author H. Raspe - Institut für Sozialmedizin, Campus Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck

Evidenzbasierte Medizin - Anspruch und Wirklichkeit. 102. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Berlin, 23.-26.09.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dogDO.02.01

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2004/04dog016.shtml

Veröffentlicht: 22. September 2004

© 2004 Raspe.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Die EBM ist in Deutschland erst Mitte der 1990er Jahre zur Kenntnis genommen worden. Sie hat danach rasch Resonanz gefunden, vor allem in akademischen Einrichtungen und bei Kostenträgern und ärztlichen Organisationen. Schon 1999 wurde sie im V. Sozialgesetzbuch im Zusammenhang mit "evidenzbasierten Leitlinien" erwähnt. Inzwischen existieren ein nationales Netzwerk mit jährlichen Symposien und diversen Kursangeboten, ein Publikationsorgan und ein Lehrbuch, ein Fortbildungscurriculum von BÄK & KBV und Lehrangebote verschiedener Medizinischer Fakultäten. Diese Entwicklung ist nicht ohne Kritik geblieben; besonders Praxis- und Klinikärzte haben sich der EBM nur vereinzelt geöffnet. Der Vortrag setzt sich vor allem mit den kritischen Einschätzungen der EBM auseinander. Sie resultieren zum Teil aus unrealistischen Einschätzungen des Potentials und der Reichweite der EBM, und sie übersehen die ihr prinzipiell gesetzten Grenzen.

Ein kritischer Punkt wird in der Verlangsamung des medizinisch-technischen Fortschritts gesehen. Er wird am Beispiel der PDT diskutiert. Welche Voraussetzungen müssen aus klinischer, (sozial)rechtlicher und ethischer Sicht erfüllt sein, um diese Methode breit in der augenärztlichen Praxis anwenden zu können. Wie ist die Überschreitung aktueller Indikationsgrenzen zu begründen und zu rechtfertigen und gegebenenfalls wissenschaftlich zu begleiten?