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22. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen

18. bis 21.06.2009, Nürnberg

Langzeitbeobachtung der Canthaxanthin Retinopathie über 16 Jahre

Meeting Abstract

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  • Arno Hueber - Uniklinik Köln, Zentrum für Augenheilkunde, Köln
  • Sigrid Roters - Uniklinik Köln, Zentrum für Augenheilkunde, Köln
  • Gerhard Welsandt - Uniklinik Köln, Zentrum für Augenheilkunde, Köln

22. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen. Nürnberg, 18.-21.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09docPO 3.2

DOI: 10.3205/09doc054, URN: urn:nbn:de:0183-09doc0540

Veröffentlicht: 9. Juli 2009

© 2009 Hueber et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Ab dem Jahr 1982 wurde die Retinopathie, die durch die orale Einnahme von Canthaxanthin hervorgerufen wird, gehäuft beobachtet. Nach 16 Jahren wurde ein Patient erneut untersucht, um festzustellen, ob langfristige Schäden verblieben sind und die Fundusveränderungen reversibel sind.

Methode: Im Jahr 1985 war eine Canthaxanthin Retinopathie nach 3 Jahren unregelmäßiger oraler Therapie mit Canthaxanthin aufgefallen. Nach 16 Jahren erfolgte eine Verlaufskontrolle mittels Fundusfoto, EOG, multifokalem ERG, Fluoreszenzangiographie, Amsler, Visus, Spaltlampe und 10-2 Gesichtsfeld.

Ergebnis: Bei Diagnosestellung 1985 war beidseits der Fernvisus 100%, der Amsler unauffällig, der Vorderabschnitt unauffällig, das 30-2 Gesichtsfeld unauffällig und der Hinterabschnitt zeigte gold-glitzernde Einlagerungen zirkulär um die Makula. Bei der Kontrolluntersuchung 2001 betrug der Visus bei einer Refraktion von rechts -3,0 und links -5,50 rechts 70% und links 90%. Der Nahvisus war bds. 100%, der Amsler war unauffällig. Der Vorderabschnitt zeigte einen altersentsprechenden Normalbefund mit einer incipienten Katarakt. Der Hinterabschnitt zeigte einen altersentsprechenden Befund ohne gold-glitzernde Einlagerungen. Die Fluoreszenzangiographie war unauffällig, das 10-2 Schwellenwert Gesichtsfeld war unauffällig, das EOG war unauffällig und das multifocal ERG zeigte eine inhomogene Potentialverteilung.

Schlussfolgerung: Die funduskopischen Veränderungen haben sich im Zeitraum von 16 Jahren komplett zurückgebildet. Ob der leicht reduzierte Visus und die inhomogene Potentialverteilung im multifocal ERG durch die Katarakt und Myopie oder die Canthaxanthin Retinopathie bedingt sind, lässt sich nicht abschließend klären. Diese Fallbeobachtung legt aber trotzdem den Schluss nahe, dass sich die Canthaxanthin Retinopathie, nach Absetzen von Canthaxanthin, folgenlos zurückbildet.