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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Risikomanagement im Gesundheitswesen – Arzneimittelmanagement im Spannungsfeld von Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf192

DOI: 10.3205/11dkvf192, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1926

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Lümmer.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Medikamentenfehler sind sehr risikoreich. Durch die Vielzahl der beteiligten Personen, bzw. Berufsgruppen entstehen im Rahmen von Schnittstellen- und Kommunikationsdefiziten Fehler bei der Verschreibung, Dosierung, Verabreichung und Überwachung der Arzneimittel. Die Auswirkungen fehlerhafter Entscheidungen im Bereich der Medikation sind vielfältig. Vom Ausbleiben der gewünschten Wirkung, vorübergehendem Unwohlsein, dauerhaften Schädigungen bis hin zum Tod sind alle Möglichkeiten der Begleiterscheinungen möglich.

Der Einsatz von Risikomanagement im Gesundheitswesen dient der Fehlerreduzierung und Fehlervermeidung. Durch den Einsatz von Risikomanagement-Instrumenten wird die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen verringert. Umfassendes und nachhaltiges klinisches Risikomanagement kann die Schadenshöhe/-häufigkeit beeinflussen.

Neben den gesellschaftlichen Vorteilen stellt sich in wirtschaftlich immer schwierigeren Zeiten aber auch die Frage nach dem (ökonomischen) Nutzen eines umfassenden Risikomanagement-Systems. Die Vermeidung von Fehlern beinhaltet die Vermeidung von Schäden und deren Folgen. Das heißt, dass die Folgekosten, die bei Eintritt unerwünschter Ereignisse auftreten, verhindert werden. Das sind zum Beispiel Kosten durch Doppel-, Mehr- oder Nacharbeit. Zusätzlich können Kosten bei Rechtsstreitigkeiten und bei Forderungen nach Schadensersatz entstehen, die in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind.

Material und Methoden: Als Methode wurde mit der Universität Duisburg-Essen eine schriftliche Befragung einer einfachen und zufälligen Stichprobe deutscher Krankenhäuser durchgeführt. Diese Befragung wurde 2007 und 2008 durchgeführt. Mittels Fragebogen wurden zunächst allgemeine Informationen über das Krankenhaus erfasst. Dann wurden Informationen zum Thema Risikomanagement (z.B. der Einsatz bestimmter Risikomanagement-Instrumente) und zum Thema Haftpflichtversicherung erfragt.

Die Auswahl der Krankenhäuser ergab sich als einfache und zufällige Stichprobenauswahl. Aus den Studien ergab sich ein Rücklauf von insgesamt n=148 Fragebögen.

Ergebnisse: Im Rahmen der Studienauswertung und der statistischen Analyse zeigte sich, dass deutsche Kliniken punktuell Risikomanagement einsetzen, aber ein umfassendes und nachhaltiges System, z.B. auf dem Gebiet des Arzneimittelmanagements eher selten eingesetzt wird. Es bestehen z.B. Empfehlungen Rezepte leserlich und deutlich zu verfassen, Medikamente angemessen zu lagern und zu kennzeichnen oder das Vier- oder Mehr-Augen-Prinzip einzusetzen. Die Möglichkeit der computergestützten Arzneimittelversorgung wird ebenfalls thematisiert.

Ein Einspareffekt im Rahmen der Versicherungsprämie durch die Einführung von Risikomanagement konnte nicht bestätigt werden.

Schlussfolgerung: Im Rahmen des Vortrags soll nach dem Motto des Kongresses „Arzneimittelversorgung: Qualität und Effizienz“ der Nutzen und die Vorteile von Risikomanagement im Gesundheitswesen – auch bezogen auf die Arzneimittelversorgung im Spannungsfeld von Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, dargestellt werden. Einsparpotenziale durch die Anwendung von Risikomanagement sollen ebenso thematisiert werden, wie ein Leitfaden zum ‚sicheren’ Arzneimittelmanagement im Krankenhaus.