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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Prävalenz und Versorgung der juvenilen Psoriasis vulgaris in Deutschland – Ergebnisse einer Sekundärdatenanalyse

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf181

DOI: 10.3205/11dkvf181, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1812

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Kämpfe.
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Gliederung

Text

Hintergrund: In der vorliegenden Studie wurden die Häufigkeit und die Versorgungssituation von Kindern mit Psoriasis untersucht. Während für die Psoriasis im Erwachsenenalter zunehmend Daten zur Epidemiologie und Versorgungssituation zur Verfügung stehen, fehlen hingegen entsprechende Kenntnisse für Kinder und Jugendliche. Unbeantwortet sind bisher Fragen z.B. zur regionalen Verteilung der Erkrankungshäufigkeit sowie nach einer möglicherweise bestehenden Unter-, Über- und Fehlversorgungen. Diese und andere Aspekte wurden im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse bearbeitet.

Material und Methoden: Als Datenbasis für die Sekundärdatenanalyse dienten die Versichertendaten der Gmünder ErsatzKasse (GEK) aus dem Jahre 2009 (n = 293.181 Kinder im Alter von 0 bis <18 Jahre). Hierbei wurden Stammdaten (Alter, Geschlecht), Daten zur Verordnung von Arzneimitteln, zur stationären Behandlung, zu ambulanten Diagnosen sowie zu den abrechnenden Facharztgruppen und KV-Regionen der selektierten Versichertenpopulation berücksichtigt.

Ergebnisse: Die Prävalenz der Psoriasis bei unter 18-jährigen betrug im Jahr 2009 0,45%(n=1.313). Bei beiden Geschlechtern stieg die Erkrankungshäufigkeit mit dem Alter kontinuierlich an; in der Altersklasse der 7 bis unter 11 jährigen stieg sie im Vergleich zu den anderen Altersklassen beachtlich an. Im Alter von 0–3 Jahren lag sie bei 0,13, im Alter von 14 bis <18 bei 0,67. Die Verteilung der Krankheitshäufigkeit bei schwerem Erkrankungsverlauf (operationalisiert über stationäre Behandlung und/oder die Verordnung spezifischer Arzneimittel) wies geschlechtsspezifische Unterschiede auf. Für männliche Versicherte betrug sie 1,76 für weibliche 2,04. Des Weiteren sind regionale Unterschiede in der Prävalenz (bspw. die niedrigste von 0,35 in Schleswig Holstein und die höchste von 0,63 % in Sachsen-Anhalt) zu beobachten. Es fallen auch Unterschiede in den Behandlungscharakteristika zwischen Kinder-, Allgemein- und Hautärzten auf, so verordneten bspw. Hautärzte erkennbar weniger orale Glucocorticoide als Allgemeinärzte.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass Psoriasis eine häufige dermatologische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter ist und dass die Diagnosehäufigkeiten und die Behandlungsqualität der Psoriasis im Kinder- und im Jugendalter sowohl im Bezug auf die Region und die Facharztgruppe variieren. Es erscheint daher dringend erforderlich, von Seiten der dermatologischen Fachgesellschaft ein leitlinienorientiertes Vorgehen zu fördern. Insbesondere bei bisher wenig untersuchten Versorgungsbereichen wie der juvenilen Psoriasis können Sekundärdaten wichtige Einblicke in die Versorgungsqualität bieten.