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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Inanspruchnahme von Komplementärmedizin standardisiert erheben – ein internationaler Fragebogen

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf122

DOI: 10.3205/11dkvf122, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1228

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Güthlin et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Komplementär-/Alternativmedizin erfreut sich zunehmender Beliebtheit, ebenso die Erfassung der Inanspruchnahme. Hierbei fällt auf, dass Inanspruchnahmeraten von Studie zu Studie stark schwanken. Dies ist nicht nur mit der Untersuchung verschiedenster Populationen (z.B. an Krebs Erkrankte, Normalbevölkerung [1], [2] sowie länderspezifischen Unterschieden zu erklären, sondern auch mit der Wahl unterschiedlicher Erhebungsinstrumente. Meist handelt es sich um selbst konzipierte Fragebögen, die nicht von psychometrisch geschulten Experten entworfen worden sind und weder Zeiträume noch Modalitäten der Komplementärmedizin einheitlich erfassen. Der englischsprachige I-CAM-Q ist ein diesbezüglich standardisierter Fragebogen eines internationalen Konsortiums[3], der von uns ins Deutsche übertragen und validiert wurde. Er wird derzeit in vier weitere Sprachen übersetzt und es kann somit eine standardisierte Erfassung über Sprachgrenzen hinweg gewährleistet werden.

Material und Methoden: Zunächst wurde eine Übersetzung durch Englisch- und Deutschsprachige mit Vorwärts-, Rückwärtsübersetzung und Adaptation vorgenommen. Dann wurde eine vorläufige Version mit kognitiven Prätests pilotiert und eine daraus entstandene Version in zwei Stichproben validiert.

Ergebnisse: Der Fragebogen

Der ins Deutsche übersetzte Fragebogen umfasst vier Seiten, auf denen jeweils eine Liste komplementärmedizinischer Methoden abgefragt wird. Die erste Seite erfragt, von welchen Anbietern die Befragten im letzten Jahr behandelt wurden (z.B. Arzt/Ärztin für Naturheilverfahren, Hausarzt/ärztin), während auf der zweiten Seite explizit nach Behandlungsverfahren gefragt wird, die Befragte von Ärzten erhielten (z.B. Akupunktur, Homöopathie). Auf den folgenden Seiten lassen sich komplementärmedizinische Produkte eintragen sowie aus einer Liste Selbsthilfemaßnahmen auswählen (z.B. Yoga).

Schlussfolgerung: Mit dem deutschen Fragebogen für Komplementärmedizin liegt zur Konferenz ein validierter Fragebogen vor (Publikation in Vorbereitung), mit dem sich Komplementärmedizin in allen Facetten (Behandler, Methoden, Produkte, Selbsthilfetechniken) standardisiert erfassen lässt. So kann nicht nur in deutschsprachigen Ländern eine einheitliche Erfassung garantiert werden, sondern auch internationale Vergleiche werden möglich.


Literatur

1.
Härtel U, Volger E. Inanspruchnahme und Akzeptanz klassischer Naturheilverfahren und alternativer Heilmethoden in Deutschland - Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsstudie. Forsch Komplementmed. 2004;11(6):327–34.
2.
Molassiotis A, Fernandez-Ortegar P, Pud D, Ozden G, Panteli V, Margulies A et al. Use of complementary and alternative medicine in cancer Patients: a European survey. Ann Oncol. 2005;16:655–63.
3.
Quandt SA, Verhoef MJ, Arcury TA, Lewith GT, Steinsbekk A, Kristoffersen AE et al. Development of an international questionnaire to measure use of complementary and alternative medicine (I-CAM-Q). J Altern Complem Med. 2009;15(4):331–9.