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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Entwicklung von Qualitätsindikatoren für Feedbackberichte zum Verordnungsverhalten

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Frank Meyer - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Berlin, Deutschland
  • author Dominik von Stillfried - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Berlin, Deutschland

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf082

DOI: 10.3205/11dkvf082, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf0825

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Meyer et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Routinedaten gemäß §300 SGB V sind häufig Grundlage für Feedbackberichte zum Verordnungsverhalten, die Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen oder andere Institutionen den Vertragsärzten im Rahmen von Pharmakotherapieberatungen verfügbar machen. Diese Standardberichte enthalten in der Regel Übersichten und Kennzahlen, die die Wirtschaftlichkeit der Arzneimitteltherapie des Arztes im Vergleich zur Fachgruppe oder anderen Vergleichsgruppen darstellt. Die Darstellung von Qualitätsindikatoren (z.B. Abbildung von Leitlinienadhärenz) auf Basis von Routinedaten scheint eher schwierig [1].

Material und Methoden: Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) beschafft im Auftrag aller Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Rezeptdaten gemäß §300 Absatz 2 SGB V. Die Daten werden von den KVen zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben genutzt. Für die Umsetzung von Pharmakotherapieberatungen gemäß §305a SGB V entwickelt das ZI zusammen mit KVen Standardberichte, die auch qualitätsorientierte Aspekte darstellen sollen. Das ZI hat im Rahmen eines Experten-Workshops den Bedarf und die Möglichkeiten für Qualitätsindikatoren, die auf Basis von Routinedaten in Standardberichten integriert werden können, erarbeitet.

Ergebnisse: Als priorisierte Handlungsfelder für Qualitätsindikatoren im Rahmen von Feedbackberichten wurden von den Teilnehmern des Workshops u.a. die Themenbereiche potenziell inadäquate Medikation (PIM), Polypharmazie und potenzielle Interaktionen identifiziert. Ziel des Beitrages ist es, die bisherige Umsetzung vorzustellen. Dabei soll insbesondere die methodische Operationalisierung des Indikators, die Bestimmung von Referenzbereiche und die Kommunikationsstrategie erörtert werden.

Schlussfolgerung: Es besteht großer Bedarf für Feedbackberichte, die qualitätsorientierte Aspekte der Pharmakotherapie in den Vordergrund stellen. Die Umsetzung auf Basis von Routinedaten ohne Kenntnis von zusätzlichen klinischen Informationen ist jedoch problematisch. Bei der Entwicklung von Qualitätsindikatoren für Feedbackberichte sind die Vertragsärzte frühzeitig mit einzubinden.


Literatur

1.
Laux G, Nothacker M, Weinbrenner S, Störk S, Blozik E, Peters-Klimm F, Szecsenyi J, Scherer M. Using routine data for quality of care assessments: a critical review, taking quality indicators for the "National Disease Management Guideline for Chronic Heart Failure" as an example. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes. 2011;105(1):21-6. DOI: 10.1016/j.zefq.2010.08.005 Externer Link