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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Entwicklung eines strukturierten Protokolls für die Therapieplanung von Straftätern mit substanzbezogenen Störungen im Maßregelvollzug (§64 StGB)

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf081

DOI: 10.3205/11dkvf081, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf0812

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Buchholz.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Bei einem Großteil der Patienten, die aufgrund von Delikten im Zusammenhang mit substanzbezogenen Problemen im Maßregelvollzug (§64 StGB) behandelt werden, wird die Behandlung aufgrund von Aussichtslosigkeit vorzeitig beendet. Für die „freiwillige“ Suchthilfe gibt es Hinweise, dass eine bedarfsorientierte, strukturierte Behandlungsplanung sinnvoll ist. Zum Maßregelvollzug nach §64 StGB gibt es kaum systematische Evaluationsstudien. Zwar gibt es Studien über die Vorhersage eines Behandlungsabschlusses wg. Aussichtslosigkeit, wie diese Ergebnisse für die Behandlungsplanung nutzbar gemacht werden können, wurde bisher nicht untersucht.

Ziel: In dieser Pilotstudie soll ein Protokoll entwickelt werden, mit dessen Hilfe eine systematische Behandlungsplanung unter Berücksichtigung des Behandlungsbedarfs und des Risikos für einen ungünstigen Therapieverlauf erstellt werden kann.

Methode: Zunächst werden Daten von ca. 250 Patienten im Maßregelvollzug in Bezug auf Behandlungsbedarf und Prädiktoren eines ungünstigen Behandlungsverlaufs ausgewertet, die während zu Behandlungsbeginn mit einem standardisierten Interview befragt wurden. Basierend auf den Ergebnissen soll ein Protokoll entwickelt werden, mit dem Angaben zum Behandlungsbedarf und zu möglichen Risikofaktoren eines vorzeitigen Behandlungsabbruchs systematisch in die Therapieplanung eingehen sollen. Anschließend wird die Akzeptanz dieses Verfahrens bei Patienten und Mitarbeitern erfasst. Zudem soll ein Studienprotokoll erstellt werden, welches eine Evaluation des Behandlungsprotokolls ermöglichen soll.

Erwartete Ergebnisse: Die strukturierte Behandlungsplanung kann ein Weg sein, um die Anzahl an Aussichtslosschreibungen zu reduzieren und eine systematische Behandlungsplanung und -evaluation unterstützen.