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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Die praktische Umsetzung unabhängiger Arzneimittelinformationen für Patienten

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf057

DOI: 10.3205/11dkvf057, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf0576

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Schaaber.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass gut informierte Patientinnen und Patienten besser über Behandlungsoptionen entscheiden können und tendenziell auch bessere Behandlungsergebnisse erzielen können bzw. ggf. auch eine bewusstere Entscheidung über Nichtbehandlung treffen können.

Material und Methoden: Die Umsetzung des Themas Arzneimittelinformation für Patienten wird am Beispiel der Zeitschrift „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ dargestellt. Sie wird gemeinsam von den vier unabhängigen Arzneimittelfachzeitschriften arznei-telegramm, DER ARZNEIMITTELBRIEF, Arzneiverordnung in der Praxis und dem Pharma-Brief herausgegeben.

Die Zeitschrift will nicht nur über konkrete Behandlungsmöglichkeiten informieren, sondern auch ein besseres Allgemeinverständnis über die Möglichkeiten und Grenzen von Arzneimitteltherapie fördern. Prägende Elemente der Zeitschrift werden vorgestellt: Überblicksartikel zur Therapie verbreiteter Krankheiten und deren Prävention, Preisvergleiche, Warnungen vor risikoreichen Arzneimitteln, praktische Tipps wie „Tabletten teilen“ und Berichte aus der Grauzone Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel. Eine wichtige Rubrik ist „Gepanschtes“, in der vor pflanzlichen Produkten gewarnt wird, denen heimlich – oft risikoreiche – chemische Wirkstoffe beigemischt wurden. Hintergrundartikel berichten über übergreifende Themen wie zum Beispiel Prodrugs, aber auch über Arzneimittelpolitik, die konkrete Auswirkungen auf Verbraucher hat.

Es werden unterschiedliche Formen der Darstellung genutzt. So bieten Interviews mit Fachleuten einen persönlicheren Blick auf Problemstellungen. Der Cartoon spießt besonders krasse Versprechungen auf. In der Glosse werden Absurditäten im Gesundheitsbereich aufs Korn genommen. Der Immunisierung gegen Irreführung dient die Rubrik „Werbung – Aufgepasst!“, die Werbeanzeigen oder -methoden auf leicht verständliche Art anschaulich dekonstruiert.

Ergebnisse: Die Vorstellung des konkreten Projekts bietet Anregungen für eine vielseitigere und abwechslungsreiche Herangehensweise an Arzneimittelinformation für Patienten. Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten werden verdeutlicht.

Literatur: Ausgewählte Artikel der Zeitschrift „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ können unter http://gutepillen-schlechtepillen.de/ nachgelesen werden.


Literatur

1.
WHO; HAI. Understanding and Responding to Pharmaceutical Promotion. Geneva/Amsterdam: WHO/Health Action International; 2010. Available from: http://www.haiweb.org/03_other.htm Externer Link
2.
BUKO Pharma-Kampagne. Schöne neue Pharmawelt. Pharma-Brief Spezial. 2010;1.
3.
Schaaber J, Kochen MM, Müller-Oerlinghausen B, Niebling W. Warum unabhängige Arzneimittelzeitschriften und Fortbildungsveranstaltungen wichtig sind. In: Lieb K, et al, Hrsg. Interessenkonflikte in der Medizin. Berlin Heidelberg: Springer; 2011 (im Druck).