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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Versorgung von Palliativpatienten in der Hausarztpraxis – Übereinstimmung der Einschätzung der Betreuung aus Arzt- und Patientensicht mit der Palliative Care Outcome Scale (POS)

Meeting Abstract

  • Katja Hermann - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg
  • Peter Engeser - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg
  • Regine Bölter - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg
  • Joachim Szecsenyi - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP8.10

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf202.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Hermann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Weiterbildung auf dem Gebiet der Palliativmedizin soll die Qualität der Versorgung und die Anwendung adäquater Behandlungsstrategien im hausärztlichen Rahmen sicherstellen. Im Rahmen einer prospektiven Beobachtungsstudie werden die Kurse der Palliativmedizinischen Initiative Nordbaden (PAMINO) für die Erlangung der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin im Vergleich zu einer Gruppe von Hausärzten ohne diese Weiterbildung (KG) evaluiert. Ziel der hier vorgestellten Querschnittsuntersuchung ist die Überprüfung der Qualität der Betreuung und die Übereinstimmung von Arzt- und Patientensicht.

Methoden: Bei Studieneinschluss beurteilen Palliativpatienten mit einer Tumorerkrankung und deren Hausärzte die Palliativbetreuung mit Hilfe der Palliative Care Outcome Scale (POS). Die Qualität der Betreuung aus Patientensicht wird mit dem POS-Summenscore von 0 (sehr gute Betreuung) bis 44 (sehr schlechte Betreuung) dargestellt. Für die Übereinstimmung von Arzt- und Patienteneinschätzung wird κ berechnet.

Ergebnisse: Bis April 2008 wurden 70 Patienten in die Studie eingeschlossen (41% Frauen), davon 41 Patienten von PAMINO-Hausärzten. Zu Studienbeginn wird die Betreuung von den Patienten in beiden Gruppen hoch eingeschätzt (Summenscore POS: PAMINO: Md=12, KG: Md=14,5). Höhere Übereinstimmungen zwischen Patienten und Ärzten finden sich in der PAMINO-Gruppe im Vergleich zur KG bei den Einschätzungen der Beunruhigung der Angehörigen (κ=.37, p<.01; KG: κ=.19, p=.07) und der Beunruhigung der Patienten (κ=.35, p<.01; KG: κ=.14, p=.17). Die Übereinstimmung bei der Einschätzung der Beeinträchtigung durch Schmerzen ist in beiden Gruppen gleich hoch (PAMINO: κ=.33, p<.01; KG: κ=.31, p<.05).

Schlussfolgerung: Palliativpatienten in hausärztlicher Versorgung beurteilen unabhängig von der Weiterbildung ihre Betreuung insgesamt positiv. Ärzte mit palliativmedizinischer Weiterbildung sind zum jetzigen Zeitpunkt eher in der Lage, in Übereinstimmung mit den Patienten die Beunruhigung von Patienten und Angehörigen aufgrund der Erkrankung wahrzunehmen.


Literatur

1.
Bausewein C, et al. Validation and Clinical Application of the German Version of the Palliative Care Outcome Scale. J Pain Symptom Manage. 2005;30(1):51-62.
2.
Lindena G, et al. Qualitätssicherung in der Palliativmedizin - Ergebnisse der Kerndokumentation 1999-2002. Z Ärztl Fortbild Qualitätssich. 2005;99(9):555-65.