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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Relevanz des klinischen Schweregradmarkers PASI hinsichtlich des patientendefinierten Therapienutzens bei Psoriasis

Meeting Abstract

  • Ines Schäfer - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie, Hamburg
  • Jana Hacker - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie, Hamburg
  • Stephan J. Rustenbach - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie, Hamburg
  • Marc Radtke - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie, Hamburg
  • Matthias Augustin - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie, Hamburg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP8.9

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf201.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Schäfer et al.
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Gliederung

Text

Der "Psoriasis Area and Severity Index" (PASI) wird als Parameter zur objektiven Beurteilung des Schweregrades der Psoriais sowohl in klinischen Studien als auch in der Patientenversorgung eingesetzt. Als relevante Outcomes haben sich international eine Verbesserung um 50% bzw 75% (PASI 50, PASI 75) etabliert.

Fragestellung: Spiegelt die Veränderung im klinischen PASI-Score den patientendefinierten Therapienutzen wider?

Methoden: Prospektive Beobachtungsstudie an 93 ambulanten Psoriasispatienten. Zu Beginn (t1) und zum Ende der Behandlung (t2) wurden der PASI und (nur zu t2) allgemeine Items zur Therapiezufriedenheit erhoben. Mit dem Patient Benefit Index (PBI) wurde zu t1 die subjektive Wichtigkeit und zu t2 das Erreichen einzelner Therapieziele erfasst. Ein Summenscore (PBI) gibt den gewichteten Therapienutzen an (Range 0–4, relevanter Nutzen PBI ≥1)

Ergebnisse: Im Durchschnitt verbesserte sich der PASI-Score (Delta-PASI) um 62,0 %, 72,5% der Patienten erreichten PASI-50 und 32.5% PASI-75. Der mittlere PBI war 2.3, 76,3% erreichten PBI ≥1. Verbesserungen im PASI waren signifikant korreliert mit dem PBI (R=0,45; p≤0,01); Unterschiede fanden sich im Zusammenhang dieser Parameter mit den globalen Zufriedenheitsitems: Von den Patienten, deren Erwartungen "komplett erfüllt" wurden, wiesen 100% PBI ≥1 auf; 89.0% PASI-50 und 55.6% PASI-75. Kein Patient, dessen Erwartungen "nicht erfüllt" wurden, hatte PBI ≥1 oder PASI-75, 50% jedoch PASI-50. Ebenso hatten 81,3% der Patienten, die angaben, sie würden die Therapie nochmals durchführen, PBI ≥1, 72% PASI-50 und 35,0% PASI-75. Bei den Patienten, die die Therapie nicht wieder machen würden, fand sich keiner mit PBI ≥1 oder PASI-75 jedoch 20% mit PASI-50.

Schlussfolgerungen: Der patientendefinierte Therapienutzen wird durch Veränderungen im PASI-Score nur unvollständig abgebildet. Ein hoher Anteil der Patienten ist trotz PASI-50 unzufrieden mit der Therapie, und eine Vielzahl der Patienten, die PASI-75 nicht erreicht haben, gibt dennoch hohen persönlichen Nutzen an. Durch den PBI wird das gesamte Spektrum der Therapiebewertung deutlich differenzierter wiedergegeben. Ergänzend zu objektiven Schweregradmessungen sollte in der Evaluation der Psoriasis-Therapie der patientendefinierte Nutzen erhoben werden.