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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Optimierung der Versorgungsqualität Frühgeborener als innovatives Nachuntersuchungsprojekt: von der Forschung zum Patienten

Meeting Abstract

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  • Paul Wenzlaff - Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen, Hannover
  • Gabriele Damm - Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen, Hannover
  • Karsten Harms - Klinikum Hildesheim, Kinderklinik, Hildesheim
  • Wolfgang Voss - Kinderkrankenhaus auf der Bult, Sozialpädiatrisches Zentrum, Hannover
  • Brigitte Sens - Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen, Hannover

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP8.2

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf194.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Wenzlaff et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Bei Entlassung aus der Kinderklinik liegen Daten über den Gesundheitsstatus kleinster Frühgeborener vor – über ihre Entwicklungsperspektiven und relevante Einflussfaktoren darauf gibt es jedoch nur wenig Erkenntnisse. Mit einer bislang einmaligen Langzeitstudie, an der alle Kinderkliniken und Sozialpädiatrischen Zentren Niedersachsens beteiligt sind, sollen Aussagen über die Entwicklung extrem unreifer Frühgeborener getroffen und damit die Basis für eine Optimierung der Versorgungsqualität und die Verbesserung ihrer Lebenschancen geschaffen werden.

Methoden: Nach einem standardisierten Untersuchungskonzept werden zu definierten Entwicklungs-Zeitpunkten (6 Monate, 2, 5, 10 Jahre) mithilfe hochwertiger Tests (z.B. Bayley 2 mental scale) alle seit dem 1. Oktober 2004 in Niedersachsen geborenen Kinder (<28 SSW) nachuntersucht und körperliche, entwicklungsneurologische sowie psychologische Beurteilungen vorgenommen. Die Ergebnisse der Nachuntersuchung werden mit den Daten der Perinatal- und Neonatalerhebung zusammengeführt.

Ergebnisse: Die Erfahrungen der ersten zwei Jahrgänge der 6-Monats-Nachuntersuchung (Beteiligung = 84%) und des ersten Jahrgangs der 2-Jahres-Nachuntersuchung (Beteiligung = 77%) zeigen eine gute Machbarkeit des prospektiven Projektansatzes. In der ärztlichen Gesamtbeurteilung wurden nach zwei Jahren 36% der Kinder in der ärztlichen Gesamtbeurteilung als unauffällig, 44% als auffällig und 20 % als deutlich beeinträchtigt eingestuft. Aus dem Vergleich mit der 6-Monats-Nachuntersuchung (47% auffällig, 11% deutlich beeinträchtigt) resultiert, dass eine systematische Beurteilung der Entwicklung zu den definierten Untersuchungszeitpunkten bedeutend ist, um vor dem Kindergarten- bzw. Schulbesuch adäquate Maßnahmen einleiten zu können.

Schlussfolgerung: Durch die Längsschnittanalyse sowie die Kooperation der an der Versorgung beteiligten Einrichtungen wird eine Optimierung der Versorgungskette erreicht und erstmalig der Ansatz einer sektorübergreifenden Qualitätsanalyse (Geburtshilfe – Neonatologie – Entwicklungsförderung) verfolgt. Damit gelingt für dieses Hochrisikokollektiv der Transfer etablierter Forschungsansätze in die Patientenversorgung. Das Projekt wird unter gesundheitsökonomischen Aspekten eingehend analysiert, um eine Optimierung der Ressourcenallokation zu erreichen.