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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Entwicklung eines testtheoretisch fundierten Instruments zur Erfassung des Selbstpflegeverhaltens von insulinpflichtigen Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2

Meeting Abstract

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  • Uta Gaidys - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Sektion Forschung u. Lehre in der Pflege/Institut für Sozialmedizin, Lübeck
  • Thorsten Meyer - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Sektion Forschung u. Lehre in der Pflege/Institut für Sozialmedizin, Lübeck

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP7.9

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf191.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Gaidys et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Vor dem Hintergrund einer steigenden Diabetesprävalenz kommt den Fähigkeiten der Betroffenen zur Selbstpflege eine entscheidende Bedeutung zu. Pflegewissenschaftliche Theorien zum Selbstpflegeverhalten haben jedoch noch keinen Eingang in die Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus gefunden. Diese Studie hatte das Ziel, auf der Basis der Selbstpflegedefizittheorie [1] ein testtheoretisch fundiertes Instrument zur Erfassung des Selbstpflegeverhaltens von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln.

Methoden: Als erstes wurde durch ein qualitatives Design, auf Basis einer belgischen Selbstpflegeskala [2] und der Nationalen Versorgungs-Leitlinie Diabetes mellitus Typ 2, ein Fragebogen zur Erfassung des Selbstpflegeverhaltens gebildet. Dieser Schritt erfolgte mithilfe von leitfadengestützten Interviews mit Patienten und Diabetesberatern sowie einem Expertenhearing. Danach wurden im Rahmen einer Querschnitts- (n=184) und einer Retest-Studie (n=76) zentrale testtheoretische Gütekriterien untersucht.

Ergebnisse: Die Skala umfasst die folgenden sechs Subskalen (Intraklassenkoeffizient in Klammern): Ernährung und Bewegung (0,83), Blutzucker-Kontrolle (0,75), Insulintherapie (0,74), Verhinderung von Komplikationen (0,70), Verhalten bei Komplikationen (0,68), Umgang mit Therapieentscheidungen/Integration der Erkrankung in den Alltag (0,73). Die Ergebnisse zur konvergenten, prognostischen und diskriminativen Validität zeigen Zusammenhänge zwischen einzelnen Subskalen und den externen Kriterien in erwarteter Richtung: positive Zusammenhänge mit Wissen um die Erkrankung, negative Zusammenhänge mit externalen Kontrollüberzeugungen(fatalistische und soziale Externalität), negative Zusammenhänge mit dem HbA1c-Wert und der Anzahl von Komplikationen. Allerdings fanden sich auch positive Zusammenhänge mit dem Konstrukt soziale Erwünschtheit.

Schlussfolgerung(en): Die Skala kann als ein inhaltsvalides Instrument zur Erfassung des Selbstpflegeverhaltens angesehen werden. Die Höhe der Reliabilitäten lassen die Skala für Untersuchungen an Gruppen (epidemiologische Studien, Programm-Evaluationen etc. geeignet erscheinen.


Literatur

1.
Orem DE. Nursing Concepts of Practice. St. Louis: Mosby; 2001.
2.
Peeters C, et al. Die Diabetes Selbstpflege-Skala (LDZ). In: Evers G, Hrsg. Professionelle Selbstpflege: Einschätzen - Messen - Anwenden. Bern: Hans Huber Verlag; 2002. S. 235-53.