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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen in der Allgemeinmedizin: ein systematischer Überblick über den aktuellen Stand der empirischen Forschung

Meeting Abstract

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  • Andreas Loh - Universitätsklinikum Freiburg, Lehrbereich Allgemeinmedizin, Freiburg
  • Anika Papez - Universitätsklinikum Freiburg, Lehrbereich Allgemeinmedizin, Freiburg
  • Klaus Böhme - Universitätsklinikum Freiburg, Lehrbereich Allgemeinmedizin, Freiburg
  • Thorsten Dürk - Universitätsklinikum Freiburg, Lehrbereich Allgemeinmedizin, Freiburg
  • Wilhelm Niebling - Universitätsklinikum Freiburg, Lehrbereich Allgemeinmedizin, Freiburg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP7.3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf186.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Loh et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Im Ansatz des Shared Decision Making (SDM) werden Patienten in den medizinischen Entscheidungsprozess einbezogen. In der hausärztlichen Versorgung erhält die Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen eine zunehmende Beachtung. Es finden sich in hausärztlichen Leitlinien Anleitungen zur Berücksichtigung von SDM in der Kommunikation und Entscheidungsfindung. Derzeitig sind in der Literatur zwar zahlreiche wissenschaftliche Studien zum Thema verfügbar, doch ein zusammenfassender Überblick steht bislang aus. Es stellt sich die Frage, welche Erkenntnisse sich aus der methodischen und inhaltlichen Bewertung und Analyse der empirischen Studien ergeben.

Methoden: Methodische Grundlage des Projektes war eine Datenbanksuche via MEDLINE und PreMedline für den Zeitraum 1950 – April 2008. Kombiniert wurden die Begriffe “Shared Decision Making” und “Primary Care” oder “Primary Health Care” oder “Primary Health Care” oder “Family Practice” oder “Family Medicine”. Einschlusskriterien für die Studien waren empirische, qualitative und quantitative Primärdaten – Erhebungen, die sich auf SDM und dessen Umsetzung in der medizinischen Grundversorgung beziehen. Sekundärdatenanalysen, editorielle und konzeptionelle Arbeiten ohne eigene Datenerhebungen wurden ausgeschlossen.

Ergebnisse: Die Kombination der Suchbegriffe ergab bis zum April 2008 insgesamt 115 Treffer. Von den 115 Ergebnissen entsprachen 46 Arbeiten nicht den Einschlusskriterien. 7 Studien wurden doppelt genannt. Die relevanten restlichen 62 Ergebnisse konnten unterteilt werden in 36 quantitative Studien und 26 qualitative Studien. Unter den quantitativen Studien fanden sich 18 kontrollierte randomisierte Studien. Der Erscheinungszeitraum der Ergebnisse lag in den Jahren von 1992 bis 2008.

Schlussfolgerung: Die empirischen Erkenntnisse beschränken sich fast ausschließlich auf die letzten fünfzehn Jahre. Diese Ergebnisse zeigen, dass in den letzten Jahren zunehmend Forschungstätigkeit und neue Literatur zum Thema SDM und Primary Care entstanden ist. Daraus lässt sich auf eine wachsende Bedeutung des Themas in der Forschungsliteratur schließen.