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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Erstellung einer deutschen Liste potenziell inadäquater Medikation für ältere, multimorbide Patienten

Meeting Abstract

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  • Stefanie Holt - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Witten
  • Petra A. Thürmann - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Witten

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP6.9

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf182.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Holt et al.
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Gliederung

Text

Zahlreiche Arzneimittel gelten aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkung und potenziellen Nebenwirkungen für alte Menschen als ungeeignet [1], und führen zu einem gehäuften Auftreten von Nebenwirkungen [2]. Internationale Medikationsempfehlungen für multimorbide, ältere Patienten sind auf Deutschland nur unzureichend übertragbar, u.a. aufgrund von Unterschieden im Verordnungsverhalten und der zur Verfügung stehenden Arzneimittel.

Fragestellung: Ziel dieses Projekts im Verbund PRISCUS ist die Etablierung einer Liste von Medikamenten mit Hilfe des Delphi-Verfahrens in Anlehnung an die in den USA entwickelte „Beers-Liste“ [1], [3].

Methode: Qualitative Analyse publizierter Listen potenziell inadäquater Medikation (PIM) für ältere Menschen [1], [3], [4], [5].

Ergebnisse: Es sind erhebliche Unterschiede im methodischen Vorgehen zu beobachten, obwohl alle Autoren Delphi-Verfahren anwendeten. Es wurden zwischen 6 und 32 Experten befragt und unterschiedliche Fachrichtungen involviert. McLeod et al. [4] und Laroche et al. [5] führten das Verfahren anonym durch, bei Beers [3] und Fick et al. [1] fanden Diskussionsrunden unter den Experten statt. Inhaltliche Unterschiede ergaben sich unter anderem in der Art und Anzahl der PIM und im Detaillierungsgrad hinsichtlich der Komorbiditäten.

Schlussfolgerungen: Anhand der Analyse internationaler PIM Listen erscheint u.a. die Auswahl der Experten ein wesentlicher Erfolgsfaktor zu sein. Inhaltlich ist zwischen einer wissenschaftlich anwendbaren Liste zur Evaluation der Qualität der Arzneimittelverschreibungen und einer anwendungsorientierten Liste für Allgemeinmediziner/Hausärzte zu unterscheiden. Die Validierung einer solchen Liste muss 2 Schritte beinhalten: zum Einen muss ein Zusammenhang zwischen der Verordnung von PIM und klinisch relevanten unerwünschten Ereignissen messbar sein; zum Anderen muss die konsequente Anwendung der praktikablen Listenanteile zu einer Verringerung von Komplikationen führen.

Gefördert durch BMBF Förderkennzeichen: 01ET0721


Literatur

1.
Fick DM, Cooper JW, Wade WE, Waller JL, Maclean JR, Beers MH. Updating the Beers criteria for potentially inappropriate medication use in older adults: results of a US consensus panel of experts. Arch Intern Med. 2003;163(22):2716-24.
2.
Jano E, Aparasu RR. Healthcare outcomes associated with beers' criteria: a systematic review. Ann Pharmacother. 2007;41(3):438-47.
3.
Beers MH. Explicit criteria for determining potentially inappropriate medication use by the elderly. An update. Arch Intern Med. 1997;157(14):1531-6.
4.
McLeod PJ, et al. Defining inappropriate practices in prescribing for elderly people: a national consensus panel. Can Med Assoc J. 1997;156(3):385-91.
5.
Laroche ML, Charmes JP, Merle L. Potentially inappropriate medications in the elderly: a French consensus panel list. Eur J Clin Pharmacol. 2007;63(8):725-31.