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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Klinisches Qualitätsmanagement in der Hausarztpraxis mit der CONTENT-Software: Implementierung von Leitlinien am Beispiel Kreuzschmerzen

Meeting Abstract

  • Thomas Kühlein - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg
  • Gunter Laux - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg
  • Andreas Gutscher - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg
  • Joachim Szecsenyi - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP4.3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf157.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Kühlein et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das Projekt CONTENT hat als primäres Ziel die Erstellung eines Morbiditätsregisters für den hausärztlichen Bereich. Darüber hinaus ermöglicht die CONTENT-Software, durch einen zum Projekt gehörigen Analyseserver, die Rückmeldung von Behandlungsdaten an die teilnehmenden Praxen. Klinisches Qualitätsmanagement (clinical governance) stellt ein wesentliches Element im Innovationstransfer von der Forschung zum Patienten dar. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollte die Nutzbarkeit der CONTENT-Software als Werkzeug für ein klinisches Qualitätsmanagement getestet werden.

Methoden: Beispielhaft wurden anhand der Leitlinie „Kreuzschmerzen“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) sieben Qualitätsindikatoren entwickelt, die mit der CONTENT-Software weitestgehend aus Routinedaten ableitbar sind. Die Indikatoren beschreiben die Versorgung von Patienten mit akuten unkomplizierten Kreuzschmerzen. Im Rahmen von Qualitätszirkeln wurden die Inhalte der Leitlinie und die Ergebnisse der Qualitätsmessungen gemeinsam bearbeitet.

Ergebnisse: Im Sinne des Qualitätskreislaufs, konnte eine fortschreitende Annäherung der Versorgung an die Empfehlungen der Leitlinie gezeigt werden. Beispielhaft sei eine Steigerung der Rate der Patienten, die nicht an Spezialisten überwiesen wurden, von 48,0% auf 98,2% genannt. Die Dokumentationsrate einer adäquaten Patientenberatung verbesserte sich von 66,0% auf 91,8%.

Schlussfolgerung: Am Beispiel Kreuzschmerzen konnte erfolgreich die Implementierung einer Leitlinie gezeigt werden. Mit der CONTENT-Software steht ein praxistaugliches Werkzeug für ein einrichtungsinternes klinisches Qualitätsmanagement in der Hausarztpraxis zur Verfügung. Die Qualitätsmessungen sollen inhaltlich entlang der DEGAM-Leitlinien weiter ausgedehnt werden.


Literatur

1.
Kühlein T, Laux G, Rosemann T, et al. CONTENT - ein neues Konzept zur Erfassung von Morbiditätsdaten in der Hausarztpraxis. In: Fuchs C, Kurth BM, Scriba PC (Reihen-Hrsg.), Kurth BM (Hrsg.). Monitoring der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag; 2008.