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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Verbreitungswege, Einsatz und Bewertung der Nationalen VersorgungsLeitlinie “Diabetischer Fuß“ im Disease Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus Typ 2 in Nordrhein

Meeting Abstract

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  • Wolfgang Haß - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, DMP-Projektbüro, Köln
  • Bernd Hagen - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, DMP-Projektbüro, Köln
  • Lutz Altenhofen - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, DMP-Projektbüro, Köln

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP4.2

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf156.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Haß et al.
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Gliederung

Text

Fragestellungen: Die Implementierung von Leitlinien in die ärztliche Praxis wird einem Cochrane-Review zufolge als ein von verschiedenen Faktoren beeinflusster Prozess angesehen. Im Jahr 2007 wurde in einem fachübergreifenden Konsensusverfahren und unter Einbeziehung verschiedener Institutionen des Gesundheitsversorgungssystems die evidenzbasierte nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) „Diabetischer Fuß“ publiziert. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) führte in Kooperation mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) eine erste Befragung vorwiegend hausärztlich tätiger Ärzte zur Rezeption dieser Leitlinie durch. Ziel ist die Erhebung der Verbreitungswege sowie Einsatz und Bewertung der Leitlinie und der assoziierten Materialien.

Methode: Schriftliche Erhebung mit strukturiertem Fragebogen, 2000 zufällig ausgewählte unter insgesamt ca. 4000 am DMP Diabetes mellitus Typ 2 in Nordrhein teilnehmenden Ärzten, die zuvor einen Feedback-Bericht mit Bezug auf diese Leitlinie erhalten hatten.

Ergebnisse: 428 Fragebögen konnten ausgewertet werden (Response: ca. 21%), darunter 25 von Diabetologen. 47% der Ärzte war die Leitlinie bekannt, von diesen wiederum 34% durch das Internet, 30% durch andere Medien und 22% aufgrund einer Empfehlung von Kollegen. 9% derjenigen, die die Leitlinie kannten, hatten diese bisher noch nie angewendet. Von den Befragten, die die Leitlinie kannten, wurden von den Materialien die Checklisten und die NVL-Kurzfassung am häufigsten eingesetzt (76% resp. 78%). Entsprechend erhielten diese vergleichsweise die besten Bewertungen hinsichtlich Verständlichkeit und Praxisrelevanz. Fast alle Diabetologen kannten die Leitlinie (übrige Ärzte: 44%) und hatten die Materialien auch häufiger eingesetzt als die übrigen Ärzte; bei der Leitlinie selbst (Langfassung) war dieser Anteil unter den Diabetologen fast doppelt so hoch (83% vs. 46%).

Schlussfolgerungen: Der relativ gering erscheinende Bekanntheitsgrad der Leitlinie unter den Ärzten könnte daraus resultieren, dass zwischen deren Veröffentlichung und der Studie lediglich ein halbes Jahr liegt. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass die Ärzte in Nordhein durch einen DMP-Feedback-Bericht, in dem auf die Leitlinie explizit Bezug genommen wurde, für diese bereits sensibilisiert gewesen sein könnten. Insbesondere Materialien, die dem von knapper Zeit geprägten Praxisalltag Rechnung tragen, wurden von den Ärzten positiv beurteilt. Aussagen über das tatsächliche Befolgen der Leitlinie durch die Ärzte sind nicht möglich.