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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Kosteneffektivität des Einsatzes von Study Nurses in der Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz – Ein systematischer Review

Meeting Abstract

  • Janine Biermann - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizin-Management, Essen
  • Sarah Mostardt - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizin-Management, Essen
  • Till Neumann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Kardiologie, Essen
  • Jürgen Wasem - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizin-Management, Essen
  • Anja Neumann - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizin-Management, Essen

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP3.4

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf149.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Biermann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die chronische Herzinsuffizienz stellt derzeit eine der häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen dar. Zusätzlich geht die Erkrankung mit einer hohen Morbidität und Letalität einher. Daher werden zunehmend neue Behandlungs- und Betreuungskonzepte für Herzinsuffizienzerkrankte entwickelt. Ein häufig genutztes neues Verfahren ist dabei die Betreuung der Patienten durch Study Nurses. Das Ziel des vorliegenden Reviews besteht darin, einen systematischen Überblick über die Kosteneffektivität neuer Behandlungskonzepte mit Study Nurses im Vergleich zur Usual Care bei Herzinsuffizienzpatienten zu geben.

Methoden: Es wurde eine systematische Literaturrecherche in Medline für den Zeitraum von 1995 bis April 2008 durchgeführt. Die Suchstrategie umfasste 12 Suchbegriffe zum Krankheitsbild Herzinsuffizienz, 21 Begriffe zur Intervention einer intensivierten Betreuung mit Study Nurses und 27 Suchwörter aus dem Bereich der Gesundheitsökonomie. Die Literaturselektion erfolgte mittels a priori definierter Ein- und Ausschlusskriterien. Dabei wurden ökonomische Evaluationen auf Grundlage randomisierter kontrollierter Studien mit einer Studiendauer von mindestens sechs Monaten, welche in englischer oder deutscher Sprache publiziert wurden, eingeschlossen. Eine Extraktion der relevanten Daten sowie eine qualitative Informationssynthese wurde vorgenommen.

Ergebnisse: Auf Basis der systematischen Literaturrecherche und -selektion konnten 16 relevante Publikationen identifiziert werden. Im Rahmen der eingeschlossenen Publikationen zeigte sich bei 5 von 8 Publikationen eine statistische signifikante Reduktion der Anzahl an Rehospitalisationen sowie bei 2 von 11 Publikationen eine statistisch signifikante Verbesserung der Mortalität zugunsten der Interventionsgruppe. Bei 13 von 16 Publikationen wurden lediglich die Kosten der beiden Behandlungsgruppen den Effekten gegenübergestellt. Bei 5 von 8 Publikationen mit signifikanter Reduktion der Rehospitalisationen war es möglich, eine eigene Berechnung der inkrementellen Kosten-Effektivitäts-Relationen (ICER) auf Grundlage der Kosten- und Effektdaten vorzunehmen. Die ICER lag hierbei von Kosten je verhinderter Rehospitalisation in Höhe von 490€ bis zu Einsparungen in Höhe von 7240€.

Schlussfolgerungen: Im Rahmen der Evaluation zeigte sich für den internationalen Kontext ein Trend, dass die Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz durch Study Nurses kosteneffektiv ist. Daten für den deutschen Kontext liegen diesbezüglich bislang nicht vor.