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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Die strukturierte Facharztweiterbildung in der HNO – ein zukunftsweisendes Prinzip

Meeting Abstract

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  • Jens Eduard Meyer - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf-, Halschirurgie, Lübeck
  • Barbara Wolenberg - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf-, Halschirurgie, Lübeck
  • Christian Schmidt - Mühlenkreiskliniken AöR, Vorstand Medizin, Minden

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP2.6

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf141.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Meyer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Im Zuge der Qualitätssicherung, der personellen Engpässe und unter dem Druck des klinikübergreifenden Benchmarkings kommt der Festlegung von Standards zur Facharztweiterbildung immer mehr Bedeutung zu.

Methodik: Wir haben dazu ein zweieinhalbjähriges Programm aufgestellt, das sich auf sechs Säulen stützt: 1. Erarbeitung des nötigen Facharztwissens durch den Assistenten in Selbststudium. 2. Wöchentliche Fortbildungsveranstaltung zu unterschiedlichen Themenkomplexen der HNO-Heilkunde nach Lehrplan mit einem Facharztseminar einmal pro Monat zur Besprechung von themenspezifischen Fallbeispielen (Problem-orientiertes Lernen). 3. Ergänzend einmal pro Woche ein Vortrag durch die Assistenten über einen zum Themenkomplex passenden Artikel aus der aktuellen Fachliteratur. 4. Lernzielkontrolle einmal pro Jahr durch einen 60 minütigen Test. 5. Erstellung eines zeitgestaffelten, an der neuen Weiterbildungsordnung orientierten Ausbildungskalenders. 6. Interne Operationskurse mit Präparationsübungen in unserer Anatomie zu den einzelnen Themengebieten der HNO-Heilkunde und der Besuch eines externen Operationskurses an einer renommierten HNO-Klinik pro Jahr.

Ergebnisse: Letztendlich soll die Erstellung eines Weiterbildungscurriculums zu einer verbesserten, transparenteren Ausbildung, einem höheren Qualitätsstandard und verbesserter Mitarbeiterzufriedenheit führen. Dadurch wird eine Basisausbildung für alle Assistenten garantiert, die als Grundlage für die geplante Zertifizierung nach der europäischen Facharztverordnung dient. Messinstrument sind hier die jährlichen Prüfungen. Nach der Hälfte der Weiterbildungszeit wird ein Repetitorium eingeleitet, das unter Berücksichtigung der bereits gehaltenen Vorträge neue Inhalte zu den Themenkomplexen erschließt.

Schluss: Waren vor 10 Jahren etwa 4-5 Seiten Stellenzeigen im Deutschen Ärzteblatt zu finden, sind es heute über 100 Seiten. Kliniken befinden sich neben dem Wettbewerb um Patienten auch in einem Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Diese treffen eher die Wahl für einen Arbeitgeber, welcher eine verbindliche und planbare Ausbildung, beispielsweise mit strukturierten Programmen vermittelt. Mitarbeiterorientierung und -qualifizierung stellen daher im Sinne einer Corporate Identity einen wesentlichen Erfolgsfaktor für Krankenhäuser dar.


Literatur

1.
Wijnhoven BP, Watson DI, van den Ende ED; Dutch Association of Surgical Trainees 2005. Current status and future perspective of general surgical trainees in the Netherlands. World J Surg. 2008; 32:119-24.