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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Fast track-Akzeptanz durch Patienten und chirurgisches Team als Maß für die Machbarkeit einer neuen Methode

Meeting Abstract

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  • Erik Allemeyer - Marienhospital, Klinik für Allgemein- u. Viszeralchirurgie, Osnabrück
  • Michael Koller - Klinik der Universität Regensburg, Zentrum für klinische Studien, Regensburg
  • Christoph Nies - Marienhospital, Klinik für Allgemein- u. Viszeralchirurgie, Osnabrück

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP2.1

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf137.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Allemeyer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Fast track Kolonchirurgie (FTC) verbessert in der klinischen Forschung physiologische Parameter und vermindert allgemeine Komplikationen. Als Maß für die Anwendbarkeit der neuen Methode haben wir prospektiv die Patientenzufriedenheit und Entwicklung der Mitarbeitereinstellung zur FTC untersucht.

Methode: 1) In einer prospektiven Studie wurden 72 Patienten nach klinischer Erwägung einem von zwei standardisierten perioperativen Abläufen [FTC und traditionelles Vorgehen (TC)] zugewiesen. Die Patientenzufriedenheit wurde mittels Fragebogen erhoben (Patientenerwartung vor der Operation bzw. Entlassung, Operationsvorbereitung u. –nachbehandlung). Die Beurteilung erfolgte durch Benotungen oder Bewertungen. Es erfolgte ein Gruppenvergleich im Antwortverhalten auf die Einzelfragen durch t-Test, statistisches Signifikanzniveau p < ,05. 2) Eine weitere Studie untersuchte die Einstellung und Einstellungsänderung zur FTC bei Ärzten (n = 12) und Pflegepersonal (n = 20 bzw. 25). Die Befragung erfolgte in zwei Wellen: 3 und 20 Monate nach Einführung der FTC. Ein eigens entwickelter Fragebogen umfasste Aspekte zu Vorbildung zur FTC, Mitarbeiterschulung, Operationsvorbereitung, Mobilisation nach der Operation, Kostaufbau, gesamtem Krankenhausaufenthalt. Die Datenanalyse erfolgte deskriptiv, bewertende Antwortskalen wurden dichotomisiert (gut/schlecht).

Ergebnisse: 1) Patientenerwartungen bzgl. Operation und erklärter Nachbetreuung waren nicht signifikant unterschiedlich (p=0,07 bzw. p=0,312). Sämtliche übrigen Aspekte wurden von Patienten in der FTC-Gruppe signifikant besser bewertet als von Patienten in der TC-Gruppe. 2) Bewertungen Ärzte 2006: alle Einzelelemente bei FTC schlechter, gesamter Aufenthalt bei FTC besser als bei TC; 2007 deutlicher Einstellungswandel: Kostaufbau schlechter, alle anderen Elemente bei FTC besser als bei TC. Bewertungen Pflege 2006 und 2007: alle Elemente bei FTC besser als bei TC.

Schlussfolgerung: Patienten und Mitarbeiter der Pflege bewerten FTC im Vergleich zur TC insgesamt deutlich positiv. Ärzte zeigen erst mit zunehmender Erfahrung mit der FTC eine klare Akzeptanz der neuen Methode. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für die Anwendbarkeit der FTC in der klinischen Routine. Die Machbarkeit neuer Behandlungsmethoden in der Chirurgie sollte systematisch bzgl. Auswirkungen auf die Zufriedenheit von Patienten und Behandlungsteam untersucht werden.


Literatur

1.
Wind J, Polle SW, Fung Kon Jin PHP et al. (2006) Systematic review of enhanced recovery programmes in colonic surgery. Br J Surg 93:800-809.