gms | German Medical Science

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Verbreitung des Expertenstandards Dekubitusprophylaxe in Pflegeheimen und Kliniken und Dekubitusraten

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Doris Wilborn - Charité Universitätsmedizin Berlin, Institut für Medizin-/Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft, Berlin
  • Ruud Halfens - Universiteit Maastricht, Department of Health Care and Nursing Science, MD Maastricht, Niederlande
  • Theo Dassen - Charité Universitätsmedizin Berlin, Institut für Medizin-/Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft, Berlin

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP1.9

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf134.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Wilborn et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Expertenstandards legen das abgestimmte professionelle Leistungsniveau der Pflegenden fest [1], im Falle des Dekubitus Expertenstandards heißt das konkret: der Patient hat keinen Dekubitus [2]. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Verbreitung des Expertenstandards Dekubitus darzustellen und einen Zusammenhang mit der Häufigkeit von Dekubitusraten zu zeigen.

Methode: Daten von 144 deutschen Pflegeheimen und Kliniken aus 2004 und 2005 mit 10.102 Patienten und Bewohnern werden ausgewertet. Die Einrichtungen werden in zwei Gruppen eingeteilt, welche, die ihren Standard gemäß Expertenstandard entwickelt haben und welche, die sich bei der Entwicklung auf andere Quellen beziehen. Das Auftreten eines Dekubitus wird durch eine körperliche Untersuchung ermittelt. Patienten und Bewohner müssen ihre informierte Zustimmung erteilen, wenn sie an der Studie teilnehmen. Die Genehmigung zur Durchführung der Prävalenzerhebung wurde von der Ethik-Kommission der Berliner Ärztekammer erteilt.

Ergebnisse: 97 % der Einrichtungen gaben an, Dekubitusprophylaxestandards zu haben. In 2004 basierten 24,1 % der Standards in den Pflegeheimen auf dem Expertenstandard und 30,7 % der Standards in den Kliniken. In 2005 waren 71,8 % der Standards in den Pflegeheimen und 70,3 % der Standards in den Kliniken gemäß Expertenstandard entwickelt. In allen Einrichtungen in 2004 und in den Pflegeheimen in 2005, die ihre Standards gemäß Expertenstandard entwickelten, war die Dekubitusprävalenz höher. In den Kliniken in 2005, die ihre Standards gemäß Expertenstandard entwickelten, war die Dekubitusprävalenz statistisch signifikant niedriger.

Schlussfolgerungen: Dieses eher unerwartete Ergebnis, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen der Entwicklungsgüte der Standards und Patientenoutcomes, könnte dadurch erklärt werden, dass in allen Standards der Einrichtungen die Leistungsniveaukriterien des Expertenstandards stehen, auch wenn andere Quellen bei der Entwicklung genutzt wurden. Zusätzlich kann das eigentliche Durchführen von Pflegehandlungen der Dekubitusprävention durch Fortbildungen oder örtliche Meinungsführer auf den Stationen so geprägt sein, dass auf den Stationen ein aktuelles Wissen vorliegt, ohne sich dabei auf die Standards zu beziehen.


Literatur

1.
DNPQ (Hrsg.) Methodisches Vorgehen zur Entwicklung und Einführung von Expertenstandards in der Pflege. Osnabrück 2007
2.
DNQP (Hrsg.) Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege. Entwicklung-Konsentierung-Implementierung. Osnabrück 2004, 2. Auflage.