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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Rahmenkonzepte als fundierte Grundlage zur Spezialisierung von Einrichtungen stationärer Altenhilfe und deren praxisorientierte Implementierung

Meeting Abstract

  • Mathias Fünfstück - eqs.-Institut, Hamburg
  • Ulrike Olschewski - eqs.-Institut, Hamburg
  • Stefan Dietsche - eqs.-Institut, Hamburg
  • Christoph Löschmann - eqs.-Institut, Hamburg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP1.3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf128.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Fünfstück et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Einrichtungen der stationären Altenhilfe sind zunehmend angehalten, sich auf Bewohner mit speziellen Pflegeproblemen zu konzentrieren. Hierzu werden spezifische Pflege- und Betreuungskonzepte benötigt, die auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Anlässe sind z.B. negative Erfahrungen in der täglichen Pflegearbeit (Fünfstück et. al 2006, S. 42) oder die Sicherung einer hohen Belegungsquote. Die Entwicklung eines individuell auf die Einrichtung abgestimmten Konzeptes und dessen Implementierung kann nur durch betriebsinterne Prozesse geschehen, welche durch externe Beratung und Unterstützung begleitet werden können (Fünfstück/Oertel 2008, S. 82). Wesentliche Probleme der Erstellung und Implementierung von Pflege- und Betreuungskonzepten sind Vorbehalte der Pflegenden gegenüber konzeptueller Arbeit und wenige Vorgaben bezüglich Inhalt und Struktur.

Fragestellung: Das Projekt beschäftigte sich mit der Frage, wie Arbeitsgrundlagen und Strukturen geschaffen werden können, um gezielte Auseinandersetzungen mit spezifischen Problemen zu forcieren und fachliche Beliebigkeit zu vermeiden. Zudem galt es, spezielle Interventionen evidenzbasiert zu begründen, Schulungsbedarf aufzuzeigen und eine Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten zu schaffen (Gilles/Buberl-Mensing 2000, S. 17).

Methoden: Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurden für Einrichtungen der stationären Altenhilfe Konzepte für unterschiedliche Indikationen (z.B. Bewohner mit Demenz oder im Wachkoma) entwickelt. Diese folgen einer einheitlichen Struktur und gelten für die Einrichtungen als Rahmen. Sie werden von den Einrichtungen in enger Abstimmung mit Qualitätsmanagern individuell angepasst und umgesetzt.

Zwischenergebnisse: In 56 Einrichtungen eines privaten Trägers konnten bisher 15 Konzepte mit verschiedenen Indikationen individualisiert werden, 16 weitere sind in Bearbeitung. Alle Konzepte befinden sich derzeit in der Implementierungsphase, welche mit mindestens einem Jahr veranschlagt ist. Im Vortrag wird die Anpassung eines Konzeptes exemplarisch vorgestellt.

Schlussfolgerungen und Ausblick: Die Rahmenkonzepte haben die Erstellung und Implementierung von Pflege- und Betreuungskonzepte in den jeweiligen Einrichtungen deutlich vereinfacht. Erste Erfahrungen zeigen, dass wissenschaftlich fundierte Konzepte praxistauglich und umsetzbar sind. Als weitere Aufgabe steht derzeit die Evaluation der ersten Konzepte an (v. a. bzgl. Praxistauglichkeit, Umsetzungsgrad, Akzeptanz, Ergebnisqualität).