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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Erhebung des individuellen Frakturrisikos in Hausarztpraxen: Nutzung der Praxis-EDV und des Internets für Case Finding und Prävention

Meeting Abstract

  • Sabine Thüring - Georg-August-Universität, Allgemeinmedizin, Göttingen
  • Sven Wedeken - Georg-August-Universität, Allgemeinmedizin, Göttingen
  • Mirko Ketterer - IT-Choice Software AG, , Karlsruhe
  • Regine Chenot - Georg-August-Universität, Allgemeinmedizin, Göttingen
  • Janka Koschack - Georg-August-Universität, Allgemeinmedizin, Göttingen
  • Wolfgang Himmel - Georg-August-Universität, Allgemeinmedizin, Göttingen
  • Michael M. Kochen - Georg-August-Universität, Allgemeinmedizin, Göttingen
  • Christa Scheidt-Nave - Robert Koch Institut, Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Berlin

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE11.5

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf124.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Thüring et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Zum exponentiellen Anstieg von Knochenbrüchen im höheren Lebensalter trägt eine Vielzahl von Risikofaktoren (wie z.B. multiple Stürze, Immobilität, Untergewicht) bei. Zur Prävention wird in evidenzbasierten Leitlinien die systematische Risikoerhebung für die Primärversorgung gefordert. Für eine solche Erhebung fehlen bislang effektive und alltagstaugliche Konzepte und Methoden.

Ziel: Entwicklung und Pilotierung eines Internetgestützten und in die Praxis-EDV integrierten Instruments für Erhebung und Nachverfolgung von Frakturrisikofaktoren bei älteren Patienten in Hausarztpraxen.

Methoden: Das Projekt umfasst folgende Arbeitsschritte: (1) Implementation einer evidenzbasierten Erhebung des Frakturrisikos in die Praxis-EDV mit gleichzeitiger Internetanbindung; (2) Basisassessment bei Patientinnen ab 60 und Patienten ab 70 Jahren während des Praxisbesuchs, mit automatisch angepassten Handlungsempfehlungen und halbjährliche telefonische Verlaufsbefragung; (3) Zusammenführung und Auswertung der anonymisierten Daten in einer zentralen Datenbank zur Bestimmung der Praxisprävalenz bestimmter Risikokonstellationen und Vorbereitung einer möglichen Intervention; (4) Befragung zur Akzeptanz; (5) Feldtestung über ein Jahr in mind. 25 Hausarztpraxen und Vorbereitung der Übertragung in die Regelversorgung.

Ergebnisse: Bisher gelang die Implementation des Erhebungdmodells bei 9 der gängigsten Praxissoftwaresystemen. 27 Hausarztpraxen wurden erfolgreich an das Online-Erhebungssystem angebunden. Das begleitende Online-Monitoring in der Studienzentrale sichert den laufenden Überblick über potentiell rekrutierbare und tatsächlich eingeschlossenen Patienten. Von derzeit 13.986 rekrutierbaren Patienten wurden 1.327 befragt. 368 Patienten lehnten eine Teilnahme ab, 2.836 wurden nachträglich ausgeschlossen. Die Arbeitsweise der Software und erste Ergebnisse werden vorgestellt.

Schlussfolgerungen: Eine in die hausärztliche Praxis-EDV integrierte Erhebung von Risikoprofilen ermöglicht ein Case Finding mit direktem Feedback und Verlaufsbefragung von Risikopatienten. Die gleichzeitige Internetanbindung erleichtert das Datenmanagement und bietet eine flexible Infrastruktur für vielfältige Forschungsfragen.