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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Vergleich der Versorgung zwischen DMP Diabetes mellitus Typ 2 und Nicht-DMP aus Sicht der Versicherten

Meeting Abstract

  • Thomas Elkeles - Hochschule Neubrandenburg, Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management, Neubrandenburg
  • Wolf Kirschner - Forschung, Beratung und Evaluation (FB+E), Berlin
  • Christian Graf - BARMER Ersatzkasse, Gesundheits- und Versorgungsmanagement, Wuppertal
  • Petra Kellermann-Mühlhoff - BARMER Ersatzkasse, Gesundheits- und Versorgungsmanagement, Wuppertal

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE7.4

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf111.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Elkeles et al.
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Gliederung

Text

Die seit 2003 in Deutschland eingeführten Disease Management Programme (DMPs) sollen die Versorgung chronisch Kranker verbessern. Ob sie dies leisten, wird derzeit in verschiedenen Evaluations-Settings untersucht. Um eine mögliche Veränderung der Prozessqualität aus Sicht der Patienten feststellen zu können, führte die BARMER im Jahr 2007 eine bundesweite vergleichende postalische Patientenbefragung von BARMER Versicherten mit Diabetes mellitus Typ 2 durch (Programm-Teilnehmer und -Nichtteilnehmer). Hier vorgestellte Auswertungen sollten klären, ob hinsichtlich der Inanspruchnahme, der Akzeptanz und der eingeschätzten Wirkung des Programms Unterschiede zwischen Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern bestehen. Hierzu wurde eine bundesweite repräsentative Stichprobe für BARMER Versicherte mit Diabetes Typ 2 im Alter von 45–79 Jahren gezogen. Die Ausschöpfung der Stichprobe betrug 38,5% (DMP-Teilnehmer: n=2158, Nicht-Teilnehmer: n=2182). Teilnehmer und Nicht-Teilnehmer unterschieden sich nicht signifikant bei Alter (66,7 vs. 66,7 Jahre) und Geschlecht, Teilnehmer waren jedoch signifikant kränker und hatten eine deutlich höhere Multimorbidität. Dies führte jedoch nicht zu einer geringeren Zufriedenheit mit der Gesundheit oder einer schlechteren Einschätzung des Gesundheitszustandes. In allen untersuchten Bereichen zeigte sich, dass DMP-Teilnehmer im Vergleich zu Nichtteilnehmern eine bessere Versorgungsqualität erleben. Dabei sind überraschend große Unterschiede zugunsten der DMP-Teilnehmer im Bereich der Prozessqualität (z.B. Informationsstand, Arzt-Patient-Beziehung,

Arztinanspruchnahme, Kontrolluntersuchungen etc.) erkennbar. Gemessen an der Höhe der übrigen analysierten Wertedifferenzen zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern erscheint der Befund, dass Teilnehmer mit 49% gegenüber Nichtteilnehmern mit 45% signifikant häufiger einen höheren Schulabschluss haben, weniger ausgeprägt. Fast die Hälfte der Teilnehmer gaben eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes seit Teilnahmebeginn an. Hauptmotive für die Programmteilnahme waren die Erwartungen auf Verbesserungen in der Versorgungsqualität und bei der Zusammenarbeit Arzt-Patient. Die Ergebnisse legen die Schlussfolgerung nahe, dass Teilnehmer am DMP Diabetes mellitus Typ 2 von dem Programm profitieren und dass soziale Selektionseffekte hierbei recht gering sind.