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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Patientenzufriedenheit in Abhängigkeit von Diagnose und Schweregrad

Meeting Abstract

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  • Christiane Haupt - eqs-Institut, Forschung und Entwicklung, Hamburg
  • Christoph Löschmann - eqs-Institut, Forschung und Entwicklung, Hamburg
  • Stefan Dietsche - eqs-Institut, Forschung und Entwicklung, Hamburg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE4.4

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf099.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Haupt et al.
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Gliederung

Text

Die Ergebnisse der Befragungen zur Patientenzufriedenheit in der psychosomatischen Rehabilitation sind schlechter und heterogener als die Beurteilungen aus der somatischen Rehabilitation. Es soll untersucht werden, ob sich ein Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit und dem Schweregrad sowie der Diagnose zeigen lässt, der die Unterschiede erklären könnte..

Der Untersuchung liegen 8006 Patientenrückmeldungen zugrunde, die fortlaufend in 4 psychosomatischen Rehabilitationskliniken in den Jahren 2005–2007 erhoben wurden. Der faktorenanalytisch validierte Fragebogen misst klinikübergreifende und klinikspezifische Aspekte. Die Patientenzufriedenheit wurde routinisiert durch die Patientenbefragung zum Reha-Ende erhoben. Ein Generalfaktormodell mit dem Multiplen Qualitätsindex (MQI) und den 6 Subskalen „Unterbringung“, „Verpflegung“, „Umgebung und Freizeit“, „Behandlung allgemein“, „Therapeutische Maßnahmen“ sowie „Gesundheitliche Veränderungen“ bildet die Grundlage. Die Diagnose wurde der Behandlungsdokumentation entnommen.

Die Patienten mit dem schlechtesten Befinden bei Aufnahme zeigen die höchste Zufriedenheit bei Entlassung. Dieselbe Tendenz zeigt sich bei der Veränderung des Befindens im Vergleich zu Aufnahme und Entlassung: je höher die Verbesserung, desto größer die Zufriedenheit. Bei den Skalen des MQI zeigt sich dieser stringente Verlauf in den Skalen „Verpflegung“, „Behandlung allgemein“, „Therapeutische Maßnahmen“ sowie dem MQI, aber nicht auf der Skala „Gesundheitliche Veränderungen“. Hier werden Fragen zu Verbesserungen von körperlichen und seelischen Befinden in Abhängigkeit vom Befinden besser bewertet (je schlechter das Befinden zu Beginn, desto größer die Zufriedenheit), während Verbesserungen des Allgemeinzustandes und der Leistungsfähigkeit von Patienten mit „schlechtem Befinden“ besser beurteilt werden als von denen mit „sehr schlechtem Befinden“. Im Vergleich der Gruppen mit gutem und sehr schlechtem Befinden sind die Mittelwertsunterschiede bei den Skalen alpha-adjustiert signifikant (p<.01): je schlechter das Befinden, desto höher die Zufriedenheit. Die Gesamtzufriedenheit unterschiedet sich um 0,36 Punkte auf einer Notenskala, die des MQI um 0,19 und die der gesundheitliche Veränderungen und 0,35 (je p<.001). Angst- und Tinnituspatienten zeigen sich dabei zufriedener als der Durchschnitt, Patienten mit Essstörungen und Schmerzen dagegen unzufriedener als der Durchschnitt.

Zufriedenheitsangaben müssen vor dem Hintergrund von Schweregrad und Diagnose betrachtet werden.