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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Diagnostik von Lebensqualität als eigenständige, klinisch relevante Information für die Therapie von Patientinnen mit Brustkrebs

Meeting Abstract

  • Monika Klinkhammer-Schalke - Tumorzentrum Regensburg e.V., Regensburg
  • Brunhilde Steinger - Tumorzentrum Regensburg e.V., Regensburg
  • Christoph Ehret - Tumorzentrum Regensburg e.V., Regensburg
  • Michael Koller - Klinikum der Universität Regensburg, Zentrum für Klinische Studien, Regensburg
  • Brigitte Ernst - Tumorzentrum Regensburg e.V., Regensburg
  • Ferdinand Hofstädter - Tumorzentrum Regensburg e.V., Regensburg
  • Wilfred Lorenz - Tumorzentrum Regensburg e.V., Regensburg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE3.5

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf094.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Klinkhammer-Schalke et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Studien belegen, dass Patientinnen ihre Lebensqualität (LQ) anders einschätzen als ihre Ärzte. Offen ist die Frage, ob dies eine Varianz verschiedener Beobachter darstellt, oder ob Arzt- und Patientenurteil systematisch voneinander abweichen, sich grundsätzlich auf unterschiedliche Aspekte der Krebserkrankung beziehen.

Methode: Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden 33 Praxen, 5 Kliniken in Regensburg/Amberg in einen klinischen Pfad zur Diagnostik und Therapie von LQ-defiziten eingewiesen [2]. LQ wurde bei 170 Patientinnen mit validiertem Fragebogen (EORTC-QLQ-C30+BR23) gemessen. Die behandelnden Ärzte berichteten medizinische/ soziodemografische Daten, beurteilten die LQ der Patientin. Übereinstimmung von Arzt und Patientin wurde mit Agreement-Analyse geprüft. Ein LQ-Profil der Patientin erstellt (0=sehr schlechte, 100=sehr gute LQ), von einer Expertengruppe (3 Ärzte, 2 Psychologen) begutachtet, und dem behandelnden Arzt spezifische Therapien empfohlen.

Ergebnisse: Im Mittel schätzten Patientinnen ihre LQ mit 67 Punkten ein, die Ärzte mit 75. Ähnliche Mittelwerte weisen Normdaten gesunder [3] und kranker Menschen [1] auf. Ein Streudiagramm zeigte, dass Ärzte keine Patientin global als sehr schlecht (<25) beurteilt hatten, während sich 9 Patientinnen selbst mit 0 LQ einschätzten. Als mediierender Faktor zeigte sich das Tumorstadium: es korrelierte nur mit der ärztlichen Einschätzung zur globalen LQ (Spearman-Rho= -0,28; p<0,01). Intraklassen-Korrelation zeigte nur einen mäßig starken Zusammenhang zw. Arzt- und Patientenurteil (ICC1=0,54; p<.01). Die klinische Relevanz dieses Unterschieds in der Beurteilung ergab sich aus einem Bland-Altman-Plot: (obere bzw. untere Grenze für Übereinstimmung: +35,1 bzw. -53,9. Die Spannweite zeigte, dass objektiver (Arzturteil) Endpunkt und subjektiver (Patientenurteil) systematisch voneinander abweichen und komplementär waren.

Schlussfolgerung: LQ in der Patienteneinschätzung unterschied sich systematisch von Arzteinschätzung:schwere Einbrüche der LQ wurden von behandelnden Ärzten unterschätzt. Diagnostik und Begutachtung von LQ füllt die Informationslücke und liefert die Basis für wirksame, umfassende Behandlung der Krebserkrankung.


Literatur

1.
Kerr J, Engel J, Schlesinger-Raab A, Sauer H, Hölzel D. Communication, quality of life and age: results of a 5-year prospective study in breast cancer patients. Ann Oncol. 2003;14(3):421-7.
2.
Klinkhammer-Schalke M, et al. Quality of life diagnosis and therapy as complex intervention for improvement of health in breast cancer patients: delineating the conceptual, methodological, and logistic requirements (modeling). Langenbecks Arch Surg. 2008;393(1):1-12.
3.
Schwarz R, Hinz A. Reference data for the quality of life questionnaire EORTC QLQ-C30 in the general German population. Eur J Cancer. 2001;37(11):1345-51.