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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Quantitative Meta-Analyse zu Kosteneffizienz und Patienten-bezogenem Nutzen Klinischer Behandlungspfade in der Orthopädischen Endoprothetik

Meeting Abstract

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  • Frank Krummenauer - Private Universität Witten/Herdecke, Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Witten
  • Stephan Kirschner - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Dresden
  • Klaus-Peter Günther - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Dresden

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE3.2

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf091.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Krummenauer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Einführung Klinischer Behandlungspfade findet in der Orthopädie zunehmend positive Wahrnehmung; eine monoton wachsende Anzahl von Publikationen suggeriert ermutigende Ergebnisse aus verschiedenen Perspektiven. Für die Orthopädische Endoprothetik wurde hierzu eine quantitative Meta-Analyse implementiert.

Methoden: In die Meta-Analyse wurden Publikationen des Zeitraums 1995–2007 aus dem angloamerikanischen Sprachraum eingeschlossen, welche quantitative Informationen zur Bewertung Klinischer Behandlungspfade in der Hüft- oder Knie-Endoprothetik berichten. Einschlusskriterien in die Analyse waren unter anderem eine Power der Studie von mindestens 80%, das Einbringen nicht-historischer Vergleichs-Kollektive sowie die Angabe sachgerechter Kenngrößen zu klinischen bzw. ökonomischen Effekten des bewerteten Pfades. Als klinische Endpunkte der Meta-Analyse wurden Spitalverweildauer, Komplikationsrate und durch die Versorgung gewonnene Lebensqualität erhoben, als ökonomischer Endpunkt die Prozesskosten der Gesamtversorgung aus Operation und Rehabilitation.

Ergebnisse: Initial wurden 172 Artikel via MedLine identifiziert, die quantitative Evaluationen einer Pfadeinführung oder –nutzung berichten, 24 davon genügten obigen Einschlusskriterien (13 zu Klinischen Pfaden in der Hüft-Endoprothetik und 11 zu Pfaden in der Knie-Endoprothetik). Initial ergab sich für Hüft- sowie Knie-Endoprothetik eine mediane Reduktion der Spitalverweildauer um 2 Tage (95%-Konfidenzintervall 1–4 Tage) nach Einführung Klinischer Pfade, ferner eine Reduktion der intra- und postoperativen Komplikationsrate um 10% (3%–17%) bzw. 11% (1%–23%). In entlang Klinischer Pfade versorgten Kollektiven zeigte sich ein Mehrnutzen von 0.07 QALYs bzw. 0.04 QALYs gegenüber Vergleichs-Kollektiven; weder für die Hüft- noch für die Knie-Endoprothetik war dieser Mehrnutzen jedoch statistisch signifikant. Weiter zeigten Prozesskosten-Analysen mediane Einsparungen aus Leistungserbringer-Perspektive von 9% (-2%–16%) bzw. 16% (-13%–19%), wiederum weder für Hüft- noch Knie-Endoprothetik statistisch signifikant.

Schlussfolgerung: Die Einführung Klinischer Pfade in der Orthopädischen Endoprothetik hat sich in dieser Meta-Analyse nicht als signifikant kosteneffizient erwiesen; die Ergebnisqualität der Versorgungen zeigte sich jedoch gesteigert.