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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Qualitätsindikatoren der professionellen ambulanten Pflege in der Schweiz

Meeting Abstract

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  • Peter Rüesch - Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachstelle Gesundheitswissenschaften, Winterthur, Schweiz
  • Laila Burla - Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachstelle Gesundheitswissenschaften, Winterthur, Schweiz
  • René Schaffert - Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachstelle Gesundheitswissenschaften, Winterthur, Schweiz

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE2.2

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf085.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Rüesch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Gegenstand dieser Studie ist die Selektion, Überprüfung und Validierung von Qualitätsindikatoren (QI) professioneller ambulanter Pflege in der Schweiz (sog. SPITEX). Grundlage ist das Messinstrument RAI-HC. Das Projekt erfolgte im Auftrag des Spitex-Verbandes Schweiz und wird durch den Schweizerischen Nationalfonds für wissenschaftliche Forschung finanziert.

Fragestellungen: 1. Welche der von RAI-HC erfassten Variablen eignen sich als Indikatoren der Ergebnis- und/oder der Prozessqualität der ambulanten Pflege (Beeinflussbarkeit, Praktikabilität, Relevanz)? 2. Wie sind die Messeigenschaften ausgewählter Indikatoren zu bewerten? 3. Bewähren sich die ausgewählten Qualitätsindikatoren bei einem Vergleich der Prozess- und Ergebnisqualität von Spitex-Basisorganisationen (SBO)?

Methoden: Die Studie umfasst 3 zentrale Arbeitsschritte: a) Expertenrating potenzieller, durch RAI-HC erfasster Qualitätsindikatoren (QI) mit einem Gruppenkonsensverfahren; b) Überprüfung der Messeigenschaften potenzieller QI; c) Anonymisierter statistischer Vergleich von an der Studie teilnehmenden SBO (N=43 Institutionen, n=1800 Patienten) auf der Basis korrigierter QI; Erprobung verschiedener statistischer Korrekturmodelle (‚Risk-Adjustment’) zur Berücksichtigung des spezifischen Risikoprofils der Patienten einer SBO.

Ergebnisse: Es werden erste Ergebnisse des kürzlich abgeschlossenen Projekts präsentiert. Insgesamt konnten 29 Qualitätsindikatoren (QI) der ambulanten Pflege auf der Basis von RAI-HC definiert werden. Aus der Sicht der Experten eignen sich 22 Indikatoren für den Einsatz in der Praxis, die 7 ungeeigneten QI schneiden im v.a. bei der Bewertung der Beeinflussbarkeit schlechter ab. In Bezug auf die Messeigenschaften (Streuung, Prävalenz) erweisen sich 26 QI als geeignet für den Vergleich von Institutionen. Die 3 ungeeigneten Indikatoren erhalten auch im Expertenrating negative Bewertungen. Die meisten QI zeigen eine erhebliche Varianz. Ein Teil dieser Streuung kann durch Patientenmerkmale erklärt werden,. der grössere Teil liegt zwischen den Institutionen. Effekte des Riskadjustments werden an ausgewählten Indikatoren dargestellt

Schlussfolgerungen: Das Instrument RAI-HC eignet sich für Qualitätsmessungen in der ambulanten Pflege. Es bedarf jedoch klarer Richtlinien in der Anwendung des Instrumentes und entsprechende Schulung der Mitarbeitenden. Die Handhabung, adäquate Interpretation und Nutzbarmachung der RAI-HC basierten Qualitätsindikatoren für die Praxis der ambulanten Pflege benötigt Zeit, und muss in einen institutionellen Lernprozess eingebettet sein.