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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Ausgangssituation, Befundveränderungen und Interventionen bei neu erkrankten Typ 2-Diabetikern im Disease Management-Programm und im Strukturvertrag Diabetes in Nordrhein

Meeting Abstract

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  • Wolfgang Haß - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, DMP-Projektbüro, Köln
  • Bernd Hagen - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, DMP-Projektbüro, Köln
  • Lutz Altenhofen - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, DMP-Projektbüro, Köln

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocD4.109

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf074.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Haß et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Ein Vergleich von im Jahr der Einschreibung ins Disease Management-Programm (DMP) Nordrhein erkrankten Typ 2-Diabetikern mit entsprechenden Patienten im sogenannten Strukturvertrag (SV, 1999-2003) analysiert die Ausgangssituation der Patienten, Befundveränderungen sowie erfolgte Interventionen (Medikation, Schulung, Überweisungen).

Methoden: Uni- und bivariate Analysen, multivariates Modell mit Messwiederholung.

Ergebnisse: Analysiert wurden 54.890 am DMP Nordrhein und 34.085 am SV teilnehmende Patienten, die erst kurz vor Einstieg in das jeweilige Programm erkrankt waren und bis ins 2. Halbjahr 2007 (1. Halbjahr 2003) hausärztlich betreut wurden. Mittlere Behandlungsdauer: 22 (im SV: 18) Monate, Anteil weiblich: 50% (52%), mittleres Alter: 62 (63) Jahre. 13% (15%) hatten initial eine mikrovaskuläre Komplikation. Fast 2/3 (69,5%) der Patienten wurden initial nicht medikamentös behandelt, ca. 31% (26,9%) ausschließlich mit oralen Antidiabetika (OAD) und 3,7% (3,6%) mit Insulin. 15% (11,4%) der Patienten wurden von nicht medikamentöser Therapie auf OAD und 3% (2,1%) von OAD auf Insulin umgestellt. Der Anteil der Antihypertensiva-Verordnungen stieg von 51% (47,5%) auf 63% (64,3%) und der für Lipidsenker von 19% (16%) auf 28% (23%). 20% (21%) waren als bereits geschult dokumentiert, zudem wurde im DMP 43% der nicht geschulten Patienten bei Einschreibung eine Schulung empfohlen. Bei 5% der Patienten (3%) war initial eine Überweisung an den Diabetologen und bei 67,5% (42%) an den Augenarzt dokumentiert oder veranlasst. Am Ende der Beobachtungszeit haben sich HbA1c und Blutdruck im Mittel jeweils deutlich verbessert (HbA1c: von 7,0 auf 6,6% (von 6,8 auf 6,4%), RR: von 136/81 auf 133/80 mmHg (von 139/82 auf 137/80 mmHg)), wobei Verlaufsanalysen die stärksten Verbesserungen jeweils kurz nach Einstieg in das jeweilige Programm erkennen lassen. Es ergibt sich eine Gesamtschulungsrate von 68% (56%).

Schlussfolgerungen: Die im DMP und im SV erst kurz vor Einstieg in das jeweilige Programm erkrankten Patienten sind hinsichtlich ihrer Ausgangssituation und den erzielten Befundveränderungen vergleichbar. Im DMP werden allerdings anteilig mehr Patienten von Beginn an mit OAD behandelt bzw. erfahren im Behandlungsverlauf eine Therapieintensivierung. Zudem werden Antihypertensiva und Lipidsenker hier etwas offensiver eingesetzt. Die moderaten Befundverbesserungen und relativ hohen Schulungsraten spiegeln insgesamt eine gute Versorgung der betrachteten Diabetiker wider.