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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Psychoonkologische Versorgung - Bedarf und Realität

Meeting Abstract

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  • Reinhold Schwarz - Universität Leipzig, Sozialmedizin, Leipzig

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocD3.87

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf073.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Schwarz.
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Gliederung

Text

Das Risiko einer gesundheitlichen bzw. psychotherapeutischen Unterversorgung ist bekanntermaßen für psychisch Kranke besonders hoch. In einer Längsschnittstudie an onkologisch Kranken gingen wir der Frage nach, wie es sich mit der psychotherapeutischen Versorgungslage verhält, wenn eine somatisch-psychische Komorbidität zu verzeichnen ist.

In einem ersten Schritt identifizierten wir auf der Basis einer Stichprobe von N = 689 [1] die Rate der psychischen Komorbidität mittels eines strukturierten, klinischen Interviews, erfragten dann den Betreuungsbedarf der Patienten und stellten diese Ergebnissen der Fremdeinschätzung hinsichtlich seelischer Belastung und psychosozialem Behandlungsbedarf durch das Krankenhauspersonal gegenüber.

Als zentrale Resultate der Studie sind zu verzeichnen der relative hohe Anteil von Patienten mit einer psychischen Diagnose, der ausgeprägte Betreuungswunsch der Patienten und die niedrige Identifikationsrate psychisch Behandlungsbedürftiger durch das Personal.

Schließlich wurde in einer Follow-up-Untersuchung einer Zufallsauswahl der Patienten die Persistenz der psychischen Komorbidität über mehr als ein Jahr bestimmt, mit dem Ergebnis, dass die psychische Morbidität insgesamt konstant bleibt [2].

Schlussfolgernd lässt sich bestätigen, dass auch eine schwere körperliche Erkrankung keine Sensibilisierung hinsichtlich der psychischen Problemlage mit sich bringt und dass daher die psychische Komorbidität in den Focus der onkologischen Langzeitbehandlung gerückt werden muss.


Literatur

1.
Singer S, Bringmann H, Hauss J, Kortmann RD, Köhler U, Krauss O, Schwarz R. Häufigkeit psychischer Begleiterkrankungen und der Wunsch nach psychosozialer Unterstützung bei Tumorpatienten im Akutkrankenhaus. Dtsch Med Wochenschr. 2007;132(40):2071-6.
2.
Bringmann H, Singer S, Höckel M, Stolzenburg JU, Krauß O, Schwarz R. Long-term course of psychiatric disorders in cancer patients: a pilot study. GMS Psychosoc Med. 2008;5:Doc03. Available from: http://www.egms.de/en/journals/psm/2008-5/psm000048.shtml Externer Link