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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Ergebnismessung bei chronischen Krankheiten und die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)

Meeting Abstract

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  • T. Ewert - Universität München, Klinik f.Physikalische Medizin und Rehabilitation, München

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocC7.79

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf062.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Ewert.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die ICF gewinnt in vielen Bereichen der Gesundheitsversorgung, Politik und des Sozialversicherungssystems zunehmend an Bedeutung. Sie eignet sich hervorragend als gemeinsame Sprache bei der Kommunikation über Berufgruppen und Versorgungseinrichtungen hinweg. Inzwischen wird die ICF zunehmend in der Versorgung eingesetzt. Es ist absehbar, dass die Verwendung des bio-psycho-sozialen Models in einigen Bereich um die Verwendung von spezifischen Kategorien (Items) aus der ICF ergänzt wird.

Fragestellung: Hieraus ergeben sich in Bezug auf die Ergebnismessung bei chronischen Krankheiten zwei Hauptfragestellungen:

1) Welche Auswirkungen hat die ICF hinsichtlich der Inhalte, die zu messen sind?

2) Wie sollen diese Inhalte ICF konform gemessen werden?

Ergebnisse: Zu 1) Für die umfassende Beschreibung der Funktionsfähigkeit ist es unerlässlich, alle Komponenten der ICF zu erfassen. Hier zu gehören Körper-funktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten, Partizipation und die Kontextfaktoren (Umweltfaktoren und personbezogene Faktoren). Die aktuelle Klassifikation enthält noch keine Kategorien zu den personbezogenen Faktoren. Dennoch umfasst die ICF in ihrem höchsten Detailierungsgrad 1424 Kategorien und eine Messung aller Kategorien ist nicht praktikabel. Daher wurden u.a. zu unterschiedlichen Fragestellungen so genannte ICF Core Sets entwickelt, welche sich auch für die Ergebnismessung heranziehen lassen.

Zu 2) Nachdem die relevanten Inhaltsbereiche bestimmt wurden, stellt sich die Frage wie diese suffizient zu messen sind. Hier existiert bereits eine ganze Palette von möglichen Ansätzen:

a) Neuentwicklungen (z.B. WHODAS II, MOSES)
b) Systematische Zuordnung von Inhaltsbereichen zur ICF (linking) und Einsatz erprobter Instrumente
c) Verwendung des allgemeinen Beurteilungsmerkmales der ICF
d) Operation-alisierungen von Kategorien für bestimmte Anwendungen (APA)
e) Linking von einer ICF Kategorie zu mehreren bestehenden Items und deren Umrechnung

Schlussfolgerung: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten die ICF für die Ergebnismessung zu nutzen. Die Neuentwicklung von Instrumenten ohne Berücksichtigung der ICF scheint nicht mehr zeitgemäß zu sein. Zur Umsetzung der ICF bedarf es allerdings nicht immer Neuentwicklungen, sondern es kann unter Umständen ergänzend auf existierende Instrumente zurückgegriffen werden.


Literatur

1.
World Health Organisation: International Classification of Functioning, Disability and Health: ICF. Geneva: WHO; 2001.