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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Adaptive Verfahren der Ergebnismessung bei chronischen Krankheiten

Meeting Abstract

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  • Markus Antonius Wirtz - Pädagogische Hochschule, Freiburg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocC7.78

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf061.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Wirtz.
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Gliederung

Text

a) Fragestellung: Die Erfassung des Zustands von Patienten mit chronischen Erkrankungen muss einer Reihe inhaltlicher und psychometrischer Kriterien genügen [2]. Durch die ICF wird gefordert, dass neben der Symptomatik und damit einher gehenden funktionalen Einschränkungen auch die Funktionsfähigkeit im Alltag und die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben erfasst werden müssen, um den Gesundheitszustand des Patienten adäquat abbilden zu können. Darüber hinaus sind moderierende Umwelteinflüsse und Patientenmerkmale zu berücksichtigen. Eine Erfassung all dieser Bereiche durch psychometrisch geprüfte Skalen ist aufgrund des hohen Erhebungsaufwands in der Regel nicht möglich.

b) Methoden: Für die in die Rehabilitation zentralen Konstrukte ‚Depression’, ‚Funktionsfähigkeit im Alltag’ und ‚Partizipation’ wird zur ökonomischen Erfassung bei orthopädischen Patienten ein computergestütztes adaptives Assessment [3] entwickelt. Zunächst werden eindimensionale Itembanken kalibriert, die den Annahmen des Rasch-Modells genügen [1]. Jede der Itembanken enthält ca. 60-80 Items, die das empirische Beeinträchtigungsspektrum differenziert abdecken. Aus dieser Itembank werden dem Patienten dann sukzessive Items zur Beantwortung vorgegeben, die optimal auf das geschätzte Belastungsniveau abgestimmt sind.

c) Ergebnisse: In allen Belastungsbereichen wird in der Regel durch die Beantwortung von max. 8 Items eine hinreichend präzise Diagnostik jeder Einzeldimension erreicht.

d) Schlussfolgerungen: Das adaptive Assessment ermöglicht eine zielgerichtete Erfassung eindimensionaler Konstrukte und bietet damit eine wichtige Option zur Ökonomisierung und Verbesserung klinischer Diagnostik.


Literatur

1.
Forkmann T, Boecker M, Wirtz M, Eberle N, Norra C, Gauggel S. (in Review). Toward a Computer-Adaptive Test for Depression: Development of a Rasch-homogeneous Item Bank.
2.
Heinemann AW. (2005). Putting Outcome Measurement in Context: A Rehabilitation Psychology Perspective. Rehabilitation Psychology, 50(1), 6-14.
3.
Wirtz M, Böcker M, Forkmann T, Müller E, Zwingmann C. (in Review). Adaptives Testen.