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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Einfluss einer aktiven Implementierung der S3-Leitlinie zum Management der ambulant erworbenen Pneumonie auf die Versorgungsqualität

Meeting Abstract

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  • Maike Schnoor - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Institut für Sozialmedizin, Lübeck
  • Torsten Schäfer - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Institut für Sozialmedizin, Lübeck
  • Heiner Raspe - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Institut für Sozialmedizin, Lübeck
  • Tobias Welte - Medizinische Hochschule Hannover, Pneumologie, Hannover

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocB9.33

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf044.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Schnoor et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Umsetzung von Leitlinien im ärztlichen Alltag und ihr Einfluss auf die Versorgungsqualität sind zurzeit noch begrenzt. Daten des Kompetenznetzes CAPNETZ haben gezeigt, dass Verbesserungspotential hinsichtlich der Behandlung von Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie besteht. Ziel unserer Studie war es, effektive Strategien zur Distribution der S3-Leitlinie zum Management der ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) zu entwickeln und diese zu evaluieren, um die Versorgungsqualität zu verbessern.

Methode: Im Rahmen von CAPNETZ wurde eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie zur Evaluation der entwickelten Implementierungsstrategien durchgeführt. In vier klinischen Zentren des Kompetenznetzes wurde die Leitlinie durch Poster, Kitteltaschenversionen, Schulungen und ein interaktives PC-Programm implementiert. Die Meldeärzte erhielten regelmäßig eine Rückmeldung, die die Versorgung der CAP-Patienten vor (01.09.2006-28.02.2007) und nach der Implementierung der Leitlinie anhand relevanter Indikatoren (Behandlungsort, initiale Antibiotikatherapie, Dauer der Antibiotikatherapie) verglich. Zusätzlich erfolgte ein Vergleich mit den Kontrollzentren, in denen keine aktive Implementierung der Leitlinie stattfand.

Ergebnisse: Ein Jahr nach Implementierung der Leitlinie war der Anteil der leitliniengerecht behandelten Patienten in der Interventionsgruppe (IG) hinsichtlich der initialen antibiotischen Therapie im stationären Bereich (+7,5%, ns), der Dauer der Antibiotika- Therapie im ambulanten Bereich (+9,0%, p=0,012) und der initialen antibiotischen Therapie im stationären Bereich (+5,5%, ns) gestiegen. In der Kontrollgruppe (KG) dagegen sank der Anteil der leitliniengerecht behandelten Patienten hinsichtlich aller Parameter (-3,8, -6,5%, -1,4%, -4.5%, ns) außer bei der antibiotischen Therapie im ambulanten Bereich (+2,5%, ns). Verglichen mit der KG war der Anteil der leitliniengerecht behandelten Patienten in der IG nach Implementierung der Leitlinie signifikant höher hinsichtlich des Behandlungsortes (p=0,002), der Antibiotika-Therapie (p=0,048) und der Dauer der Antibiotika-Therapie (p=0,003) bei den stationär behandelten Patienten. Statistisch auffällige Auswirkungen auf die Mortalität und Dauer des stationären Aufenthaltes wurden nicht beobachtet.

Schlussfolgerungen: Nach der aktiven Implementierung der S3-Leitlinie konnte ein Anstieg der leitliniengerecht behandelten Patienten beobachtet werden. Dieser Effekt könnte noch durch intensivere Maßnahmen wie Qualitätszirkel und Einbindung lokaler Meinungsführer verstärkt werden.