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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Stellungnahme der Medizintechnikindustrie

Meeting Abstract

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  • Gabriela Soskuty - B. Braun Melsungen AG, Melsungen

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocA8.14

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf019.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Soskuty.
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Gliederung

Text

Ein Drittel ihres Umsatzes erzielen medizintechnische Unternehmen mit Technologien, die jünger sind als drei Jahre. Innovationen müssen der Motor der Branche sein – gerade medizintechnische Innovationen können dazu beitragen, die Versorgung wirtschaftlich und zweckmäßig zu erbringen. Innovationen werden aber oft nur unter dem Kostenaspekt diskutiert. Das ist zu kurzfristig betrachtet und es ist der falsche Weg, die meist höheren Initialkosten eines neuen Verfahrens isoliert zu betrachten. Zunehmend stellt sich die Frage der medizinischen Effektivität und Kosteneffizienz im Versorgungsalltag, der sich nicht in ideale Studienbedingungen pressen lässt. Gesundheitsökonomen betonen die Grenzen experimenteller Studien – in der Realität sieht es oft anders aus, als randomisierte Studien vermuten lassen. Die Versorgungsforschung ist unabdingbar, wenn wir nach einer permanenten Verbesserung der Versorgungsqualität der Patienten streben. Versorgungsforschungsprojekte bieten den Vorteil, den medizinischen Nutzen moderner Therapien näher an der Realität aufzuzeigen – Effekte im Versorgungsalltag können größer sein als unter experimentellen Bedingungen.

Technologiebewertung ist aus Sicht der Medizintechnologie richtig und wichtig. Die Frage ist allerdings, welche Art der Bewertung zu welchem Zeitpunkt stattfindet und wie die Industrie an der Bewertung mitarbeiten kann. Unternehmen müssen die Evidenz neuer Therapien frühzeitig vorbereiten: neben den üblichen klinischen Studien sind es gesundheitsökonomische Studien vor, während und nach Markteinführung. Wir benötigen ein stärkeres Denken in Prozessen – und müssen den Gesamtfall betrachten, nicht isolierte Produktkosten. Gemeinsam mit den Krankenkassen und den Anwendern muss die Industrie Instrumentarien entwickeln, um die Nutzen- und Kosteneffekte über den Gesamtverlauf einer Behandlung zu ermitteln. Wenn durch eine gemeinsame Versorgungsforschung die langfristigen Einsparpotentiale durch moderne MedTech-Verfahren in die Kostenübernahme medizintechnologischer Produkte einbezogen werden, setzt sich Qualität auch gegen Billigmedizin durch.

Die Versorgungsforschung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, weshalb eine interessensgebundene Aufteilung der Kosten notwendig ist. Wir brauchen eine Nutzenbewertung und eine Versorgungsforschung, die unabhängig ist von einseitigen Kosteninteressen und in Ausgewogenheit zu den Interessen der Bevölkerung am Zugang zu Innovationen in Deutschland steht.