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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Diabetesprävention

Meeting Abstract

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  • P. E. H. Schwarz - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Medizinische Klinik III, Dresden

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocA7.102

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf015.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Schwarz.
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Gliederung

Text

Notwendigkeit der Diabetes-Prävention

Bei Diabetes mellitus beruht die Problematik der Krankheitslast in erster Linie auf der chronischen Erkrankung und den häufigen wie erheblichen Komplikationen, welche mittlerweile die Morbidität der Gesellschaft zu einem entscheidenden Teil mit bedingen. Eine erfolgreiche Prävention oder Verzögerung des Diabetes Typ 2 sowie verbesserte Behandlung zu einem früheren Zeitpunkt können massiv helfen, die sozialen und ökonomischen Belastungen durch den Diabetes zu verringern. In Anbetracht der Explosion der Diabetes-Erkrankungen und des fehlenden kurativen Ansatzes in der Behandlung bleibt nur die Verhinderung der Erkrankung in ihrer Entstehung – demzufolge die suffiziente Primärprävention des Diabetes. Es ist höchste Zeit, Programme zur Primärprävention des Diabetes mellitus zu entwickeln, ihre Effektivität zu prüfen und flächendeckend umzusetzen.

Die Evidenz in der Diabetesprävention stammt zum größten Teil aus klinisch kontrollierten Studien. Die Herausforderung, die sich stellt, besteht im Transfer des in den Studien betriebenen Aufwandes in den konkreten klinischen Alltag und in der adäquaten strukturellen und inhaltlichen Implementation dieser Maßnahmen mit möglichst gleichen Ergebnissen. Bei der praktischen Umsetzung stehen dabei 3 zentrale Fragen im Vordergrund:

1.
Wie kann man Diabetes-Risikopersonen identifizieren?
2.
Wie kann man diese Risikopersonen informieren und zur notwendigen Lebensstiländerung motivieren und welche Art von Intervention eignet sich am besten?
3.
Wie kann man die Nachhaltigkeit der Lebensstiländerung gewährleisten?

Ein einfaches, non-invasives und pragmatisches Instrument zur Identifikation von Risikopersonen ist der finnische FINDRISC Risikofragebogen. Er umfasst acht einfache Fragen zu Alter, Familienanamnese, Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten, deren Beantwortung zu einem Ergebnisscore führt, aus welchem sich eine dreistufige Risiko-Einteilung ableiten lässt. Seit Juni 2007 liegt nun auch eine für Deutschland evaluierte Version (eingedeutscht FINDRISK) vor, welche ebenfalls eine sehr gute Korrelation zur Prädiktion des Diabetes aufweist.

Nach der Identifikation, z.B. durch einen erhöhten FINDRISK Score ist es notwendig, den Risikopersonen ein entsprechendes Interventionsangebot zur nachhaltigen Lebensstil-Änderung zu machen. Hierfür müssen gut ausgebildete Interventionsmanager, bei uns PräventionsmanagerT2DM(PM) genannt, zur Verfügung stehen, welche vor Ort für die Durchführung der Intervention und Schulung der verschiedenen Interventionsgruppen verantwortlich sind. Ein entsprechendes Curriculum zur Fortbildung zum Präventionsmanager wurde auf Initiative des Nationalen Aktionsforums Diabetes mellitus erarbeitet. Es wird derzeit in zwei Pilotprojekten in Nordrhein-Westfalen evaluiert, während in Sachsen im Rahmen eines landesweiten Modell-Projekts der Einsatz von Präventionsmanagern in der Praxis evaluiert wird.