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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Hypertonie als Modellerkrankung für Prävention

Meeting Abstract

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  • Martin Middeke - Blutdruckinstitut München, München

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocA7.101

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf014.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Middeke.
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Gliederung

Text

Etwa 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben einen erhöhten Blutdruck. Eine immer älter werdende Bevölkerung, Übergewicht und Bewegungsmangel bereits im Kindes- und Jugendalter führen zu einer weiter steigenden Prävalenz. Die Folgen einer Hypertonie sind vielfältig: Hypertoniker tragen nicht nur ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, sie haben auch zerebrovaskuläre Störungen mit dem Risiko einer Vaskulären Demenz. Ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Bluthochdruck ist vor allem die Vorbeugung. Denn bei fast keiner anderen Volkskrankheit ist die medizinische Prävention so erfolgreich wie bei der Hypertonie. Sie hat, auch mit Blick auf andere Volkskrankheiten, Modellcharakter. Eine medikamentöse Therapie verhindert beispielweise deutlich Folgekrankheiten wie Hirnschlag, Nieren- oder Herzversagen. Vor allem aber auch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie gesunde Ernährung, ein normales Körpergewicht, viel Bewegung, wenig Alkohol und Kochsalz können die Entwicklung von Bluthochdruck und hypertensive Organerkrankungen verhindern. Die Mehrzahl der Hypertoniker, etwa 90 Prozent, hat eine primäre Hypertonie. Auslöser sind bei diesen Patienten häufig auch erbliche Faktoren. Für die Manifestation sind Lebensstilfaktoren entscheidend. Leider zeichnet sich ab, dass infolge von Übergewicht und/oder Bewegungsmangel eine große Zahl der jetzigen Kinder und Jugendlichen und der zukünftigen Generation erstmalig in der Geschichte bereits vor ihren Eltern sterben werden. Die primordiale Prävention ist daher das Gebot der Stunde. Das bedeutet im konkreten Fall, die Verhütung von Übergewicht und Bewegungsmangel im Kindesalter, als Ursachen für die Manifestation von Hyertonie, Diabetes, metabolisches Syndrom usw. im Erwachsenenalter mit der Entwicklung von kardio- und zerebrovaskulären Erkrankungen. Leider ist die primordiale Prävention in Deutschland bisher kein Thema. Primordiale Prävention ist übrigens nicht nur geeignet, die gesundheitliche Perspektive von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, sondern auch die Bildungssituation. Bildung und Gesundheit gehören zusammen, wie auch Untersuchungen aus Deutschland belegen: gesunde Ernährung, viel Sport und Musizieren führen zu besseren Schulnoten. Ein niedriger Body Mass Index ist jedoch am stärksten mit guten Schulnoten bei Jungen und Mädchen assoziiert.